Caritas

Neue Krisen kommen, die Hungersnot in Afrika bleibt

Julia Stabentheiner (Leiterin Auslandshilfe Caritas Tirol), Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb und Bischof Hermann Glettler (v. l.).
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Die Sommersammlung der Caritas Tirol steht heuer ganz im Zeichen des Kampfs gegen den Hunger in Mali und Burkina Faso.

Innsbruck – Wasser und Brot. Was in unserem Sprachgebrauch für ein ärmliches Mahl steht, rettet in anderen Ländern der Erde täglich Leben. Doch oft sind die beiden Grundnahrungsmittel knapp und der Krieg in der Ukraine hat die Getreidepreise zusätzlich in die Höhe schnellen lassen. Das bekommen auch die Menschen in den westafrikanischen Ländern Mali und Burkina Faso täglich zu spüren. Die Caritas Tirol unterstützt dort seit vielen Jahren zahlreiche Hilfsprojekte und stellt ihre diesjährige Sommersammlung unter das Motto „Wir haben Hunger satt“. Angesichts der vielen neuen Probleme auf der Welt dürfe man die bekannten Krisen nicht vergessen.

„Das Recht, frei von Hunger zu sein, ist seit 1948 ein Menschenrecht“, betont Innsbrucks Diözesanbischof Hermann Glettler. Auf der einen Seite unsere Maßlosigkeit, auf der anderen hungernde und sterbende Menschen – ein nicht hinnehmbarer Zustand in einer paradoxen Zeit, wie Glettler meint. Aber auch ein Zustand, der sich ändern lasse. „Wenn wir zu teilen beginnen, reicht es schon für alle“, erinnert der Bischof.

Julia Stabentheiner leitet die Auslandshilfe der Caritas Tirol und war vor 15 Jahren zum ersten Mal in Burkina Faso. „So schlimm wie jetzt war es dort noch nie, muss ich sagen“, so Stabentheiner. Vertriebene Menschen, steigende Nahrungsmittelpreise, Äcker, die aus Angst vor Terrorangriffen nicht mehr bestellt werden. Dazu der Klimawandel, der den ohnehin kargen Böden weiter zusetzt. Die Menschen leiden Hunger und Durst – und sterben.

„345 Millionen Menschen sind derzeit akut vom Hungertod bedroht. 810 Millionen leiden unter Nahrungsmangel“, erklärt Caritas-Tirol-Direktorin Elisabeth Rathgeb. Dazu werde im Ukraine-Krieg aktuell der Hunger als Waffe eingesetzt – und zwar gegen die Ärmsten auf der Welt, wie Rathgeb betont. „Die Not ist groß. Wir kümmern uns um Bildung, Wasserversorgung, Nahrung, Katastrophenvorsorge und ein gutes Zusammenleben in der Gemeinschaft. Ihre Spende unterstützt uns dabei. Helfen Sie mit“, appelliert Rathgeb an die Großherzigkeit und Spendenbereitschaft der Tirolerinnen und Tiroler. An diese glaubt auch Bischof Hermann Glettler: „Krisen können aufwecken, können Menschen sensibel machen. Die Leute sind nicht egoistischer geworden“, ist er überzeugt.

Näheres unter caritas-tirol.at. Spenden an AT79 3600 0000 0067 0950, Kennwort Hungerkampagne 2022. (np)

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