4Gamechangers Festival

Clooney in Wien: Sammeln Beweise für Kriegsverbrechen in Ukraine

Schauspieler und Menschenrechtsaktivist George Clooney sprach in Wien beim "4GAMECHANGERS Festival 2022".
© GEORG HOCHMUTH

Der US-Schauspieler und Menschenrechtsaktivist sprach beim 4Gamechangers Festival in Wien. Clooney verurteilte dabei mutmaßliche Gräueltaten in der Ukraine scharf.

Wien, Kiew, Moskau – Oscarpreisträger und Menschenrechtsaktivist George Clooney (61) hat bei seinem Wien-Besuch die mutmaßlichen Gräueltaten im Rahmen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine scharf verurteilt. "Wir versuchen Beweismittel zu sammeln, die später vor Gericht verwendet werden können", sagte Clooney am Donnerstagabend beim 4Gamechangers Festival in der Wiener Marx Halle. Trotz tropischer Temperaturen war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt.

Stiftung für Gerechtigkeit

Im Jahr 2016 hat Clooney mit seiner Ehefrau Amal die "Clooney Stiftung für Gerechtigkeit" gegründet, die sich um Opfer von Menschenrechtsverletzungen kümmert. Amal Clooney ist eine international bekannte Menschenrechtsanwältin. Seine Ehefrau und die Stiftung habe ein Team zusammengestellt, das forensische Beweise für mutmaßliche Kriegsverbrechen in der Ukraine sammelt, berichtete der Hollywoodstar. "Zuerst muss es um den Frieden gehen, dann muss die Gerechtigkeit die Hauptrolle spielen."

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Der US-Schauspieler hat in den vergangenen Jahren unter anderem Konfliktzonen in Sudan, Darfur, Tschad und Kongo besucht. Es dauere normalerweise "sehr lange", bis Kriegsverbrecher zur Verantwortung gezogen werden. "Wenn man sie in den Gerichtssaal bringt, ändert das das Verhalten."

Menschen in den USA "in die Irre geführt"

Kritik übte Clooney auch am ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, den aktuellen Entscheidungen des Supreme Court und den liberalen Waffengesetzen in den USA."Es ist eine sehr gefährliche Zeit. Es steht viel auf dem Spiel, es gibt viel zu tun", sagte der Hollywoodstar. Viele Menschen seien in den USA durch Politiker "in die Irre geführt" worden.

Im Vorfeld des Clooney-Termins wurden Details zur Veranstaltungsorganisation bekannt. Wie der "Kurier" in seiner Online-Ausgabe am Donnerstag berichtete, wollte sich ZIB-Moderator Tobias Pötzelsberger keine Fragen für das Clooney-Interview vom Management des Hollywoodstars und Menschenrechtsaktivisten vorgeben lassen. Pötzelsberger habe unter Verweis auf journalistische Freiheit abgelehnt.

Aus dem ORF hieß es: "Der Vertrag mit dem Management von George Clooney sieht die Abstimmung der Interviewfragen vor. Auf Grund der nötigen Vorlauf-Zeit wurden die Fragen schon vor Längerem von der Redaktion mit dem Clooney-Management abgestimmt, journalistische Änderungen waren in der Kürze der Zeit nicht mehr möglich. Aus diesem Grund werden Elke Rock und Thomas Mohr das Gespräch führen." (APA)

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