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Sonnenkönig, dem die Frauen zu Füßen liegen: Ausstellung im artdepot

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„We are so happy“ (Ausschnitt), 2009 von Michael Vonbank in Acryl auf Leinwand gemalt.
© artdepot/Vonbank

Innsbruck – Der Maler und Bildhauer Michael Vonbank, der 2015 erst 51-jährig gestorben ist, mochte es bunt und plakativ. Dass Menschen bzw. Beziehungskisten das zentrale Thema des Attersee- und Gironcoli-Schülers waren, ist jedenfalls in den Bildern unübersehbar, die aktuell das Innsbrucker artdepot zeigt. In kräftigen Acrylfarben auf mittelgroße Leinwände hingeschriebene Szenen, die haarscharf an der Grenze zur Karikatur dahinschrammen.

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Zu lesen als ein mit viel Ironie aufgeladener, formal fast naiver Blick auf seine Mitmenschen bzw. sich selbst. Wenn er sich etwa opulent als Sonnenkönig inszeniert, vor dem sich die Frauen der Welt in großer Geste ehrerbietig verbeugen. Letztlich habe Michael Vonbank durch seine Kunst versucht, die Welt zu ergründen, indem er sich selbst zu ergründen versucht hat, meint seine Galeristin Birgit Fraisl.

Durch seine sehr spontane, unmittelbar bauchgesteuerte Art, sein Innerstes nach außen zu stülpen. Wenn der in Wien lebende gebürtige Vorarlberger, der in Innsbruck Jus studiert hat, bevor er sich ganz der Kunst verschrieben hat, etwa in großen Buchstaben „Lieb mich“ auf ein Bild schreibt. Seine Sehnsucht nach Zuwendung mit den Mitteln des Malers sozusagen malend herausschreit. In einer Farbigkeit, die rein malerischen Gesetzmäßigkeiten unterliegt.

Denn meist unvermischt mit breitem Pinsel flächig plakativ aufgetragen, sind diese Farben Äquivalente der Stimmungen des Künstlers während des Malakts, während das konkret Inhaltliche durch plumpe schwarze Konturen konkretisiert wird. Die flüchtig, wie rasch hingeschrieben daherkommen, sich gern verbindend in einer rein grafischen Ebene zu einer fast ornamentalen Struktur. (schlo)

Infos

Artdepot. Riesengasse 8, Innsbruck; bis 30. Juli, Di–Fr 11–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr


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