Bezirk Reutte

Erstmals hochalpiner Weg für Rollifahrer am Hahnenkamm geschaffen

Bernhard P. Gruber (blaues Leibchen) und Stefan Posch bei der Erstbefahrung des barrierefreien Weges am Hahnenkamm.
© TVB Naturparkregion Reutte

Auf 1,8 km Länge wurde in Höfen ein „in den Alpen einzigartiger“ barriere- freier Weg errichtet. Die Anreise bis auf den Berg ist ohne Auto möglich.

Höfen – Nichts Geringeres als „ein Leuchtturmprojekt“ stellt der Ausbau des Alpenrosenweges am Hahnenkamm von einem ehemaligen Almsteig zum barrierefreien Wanderweg für Bernhard P. Gruber dar. Der gerichtlich zertifizierte Sachverständige für Barrierefreiheit sowie Gründer und Obmann des Vereins „die Barrierefreien gem. e.V.“ ist vom Ergebnis begeistert. „Ab sofort können behinderte Menschen ein einzigartiges Naturerlebnis in hochalpinem Gelände erfahren, bei dem nicht nur Gondel gefahren wird. In dieser Ausführung ist es einzigartig in den Alpen.“ Es werde auch kein Auto mehr benötigt. Man könne etwa von Innsbruck mit dem Rollstuhl mit der Bahn anreisen, mit dem Bus weiter zur Talstation und der Bahn auf den Berg. Am Hahnenkamm in Höfen wird derzeit Schritt für Schritt ein barrierefreies Gesamtkonzept umgesetzt. Noch bevor mit dem Bau des barrierefreien Alpenblumengartens und barrierefreien Rundwegs auf der Dammkrone des neuen Bergsees begonnen wurde, konnte mit dem Alpenrosenweg schon der erste Abschnitt fertig gestellt werden.

© TVB Naturparkregion Reutte

Bereits im Jahr 2015 wurde der Weg zwecks einer groß angelegten Sanierung besichtigt. Ein Vertreter der Reuttener Seilbahnen, Vinzenz Knapp (Alt-BM Gemeinde Höfen), Thomas Kerber (Leitung Infrastruktur TVB Naturparkregion Reutte) und Ronald Petrini (GF TVB Naturparkregion Reutte) waren damals dabei. 2021 fassten die Gemeinden Höfen, Lechaschau, Weißenbach, Wängle und die Bergwelt Hahnenkamm gemeinsam mit Projektträger TVB Naturparkregion Reutte den Beschluss zur Umsetzung. Die Kosten für den rund 1,8 km langen Weg, welcher vom Wegebautrupp unter der Leitung von Klaus Schwarz manuell mit Schaufel, Pickel und Vorschlaghammer bearbeitet wurde, belaufen sich auf 60.000 Euro. Davon werden knapp 70 Prozent gefördert.

Nach der kürzlich erfolgten Fertigstellung konnte nun eine Erstbefahrung stattfinden. Neben Bernhard Gruber nahmen daran auch Stefan Posch, Obmannstellvertreter des Vereins und darüber hinaus Parasportler, Tiroler Meister und Deutscher Vizemeister im Parakart, sowie Brigitte Posch, Sportwissenschafterin und Sporttherapeutin im AUVA Rehabilitationszentrum Bad Häring, teil.

Der barrierefreie Weg ist als schwere (schwarze) Route zu klassifizieren. Das heißt, es wird ein Zuggerät wie z. B. ein Swiss-Trac benötigt. Ohne Zuggerät ist der Weg nur mit sportlicher Schiebebegleitung zu bewältigen. Die Höhenmeter halten sich durch die Bergfahrt mit Bahn in Grenzen. Zusätzlich zum barrierefreien WC im Panoramarestaurant bei der Bergstation soll auch die aktuell noch beschränkt barrierefreie Toilette auf der Lechaschauer Alm adaptiert werden. „Das Projekt war mir ein Herzensanliegen. Unser Ziel war es, ausgehend von der Bergstation eine barrierefreie Erlebbarkeit für Rollstuhlfahrer mit Zuggerät sowie Familien mit Kinderwagen zu schaffen“, zeigt sich Ronald Petrini, Geschäftsführer des TVB Naturparkregion Reutte, „happy“. (TT, hm)

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