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Erweiterung für die Notfall-App soll bei der Suche helfen

Das Speichern des Standortverlaufes soll helfen, verunfallte Alpinisten schneller zu finden.

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Sind Bergsteiger allein unterwegs und verunglücken dann, gestaltet sich die Suche oft schwierig. Das soll sich nun ändern. Symbolfoto.
© APA/Kreiner

Innsbruck – Dass sich Alpinisten allein auf den Weg zu einer Tour machen und dabei verunfallen, kommt immer wieder vor. Wenn Verwandten, Freunden oder Bekannten vorab nicht genau die geplante Route beschrieben oder ein vorgesehener Weg verlassen wird, ist es für die Retter schwierig bis unmöglich, sie schnell zu finden und zu bergen. Eine Erweiterung der Notfall-App „SOS-EU-Alp“ soll das Problem entschärfen. Sofern die Bergsteiger zustimmen, werden – auch im Hintergrund – die Standortdaten für 72 Stunden gespeichert, bevor sie automatisch wieder gelöscht werden. Damit sollen Helfer nachvollziehen können, in welcher Gegend sie suchen müssen.

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Die Idee für diese neue Funktion hatten der Klubchef der Grünen im Tiroler Landtag, Gebi Mair, und ÖVP-Landesrat Anton Mattle. „Alleingänger und Alleingängerinnen sagen oft nicht, wo sie hingehen“, sagt Grünen-Politiker Mair. „Wenn ihnen etwas passiert, weiß niemand genau, wo sie sich aufhalten. Das führt zu langwierigen Suchaktionen, bei denen wertvolle Zeit verstreicht und auch Ressourcen gebunden werden.“ Bisherige Vorgehensweisen, wie beispielsweise das Hinterlassen eines Zettels am Auto, haben sich laut Mair als „wenig hilfreich“ erwiesen.

Mit der „SOS-EU-Alp“-App, die in Südtirol, Tirol und Bayern funktioniert, konnte bislang nur der aktuelle Aufenthaltsort via Knopfdruck direkt an die Leitstelle übermittelt werden. Nun also kann der Standortverlauf gespeichert werden. Diese neue Anwendung bietet die Möglichkeit, den Ablauf einer Aktivität – das gilt nicht nur für das Bergsteigen, sondern auch für Radfahren oder im Winter etwa beim Tourengehen – nachvollziehen zu können. Herangezogen werden die auf einem Server hinterlegten GPS-Daten allerdings nur, wenn tatsächlich ein Notfall gemeldet oder eine Suche gestartet wird. Nach drei Tagen wird alles gelöscht.

Beschlossen wurde das Update zuerst vom Tiroler Landtag, dann stimmte im vergangenen Oktober der Dreierlandtag zu. „Mit der Erweiterung der App erhöhen wir die Sicherheit am Berg, denn die Rettungsaktion kann zielgerichteter stattfinden“, erklärt Gebi Mair. „Schließlich sind wir alle gerne in den Bergen unterwegs. Digitale Hilfsmöglichkeiten sollten als ständige Wegbegleiter mit dabei sein. Denn sie helfen im Notfall und wiegen kein zusätzliches Gramm.“ (bfk)

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