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„Ober“ ist bei den NEOS doppelt Trumpf: Oberhofer wieder Spitzenkandidat

Mit 96 Prozent ist Dominik Oberhofer als NEOS-Spitzenkandidat bestätigt. Birgit Obermüller führt dahinter ein pinkes Frauentrio an.

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Dominik Oberhofer wird die NEOS zum zweiten Mal in eine Landtagswahl führen.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Ob Knight-Rider-Star David Hasselhoff mit seinem Hit jene Freiheit meinte, von der die NEOS in Tirol träumen, ist eine Frage der Definition. Als Dominik Oberhofer aber gestern Mittag in einem Innsbrucker Hotel seine 96 Prozent entgegennahm, welche ihn in seiner Spitzenkandidatur für die kommende Landtagswahl am 25. September bestätigten, wurde trotzdem der Song „Looking for Freedom“ überlaut intoniert. Im Vorfeld der Landtagswahl 2018 hatte Oberhofer 98,8 Prozent bei der Landesmitgliederversammlung erhalten. Das tat dem Oberhofer’schen Enthusiasmus gestern freilich keinen Abbruch. Es regnete Konfetti, die Regenbogenfahne wurde geschwungen. Am Podium er und alle soeben gereihten Listenkandidaten, sozusagen „die wilde 13“.

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Auf den Plätzen zwei bis vier haben die Pinken gleich drei Frauen am Start. Ganz ohne von oben verordnetes Reißverschlusssystem, wie sich Oberhofer einen Seitenhieb auf die Grünen nicht verkneifen konnte. Beim aktuellen Juniorkoalitionär verlassen mit Ende der Amtszeit drei Frauen das grüne Führungsteam. Umso mehr freute sich Listenzweite Birgit Obermüller über diese pinke Frauenriege: „Das ist ein tolles Signal für die Zukunft.“

Markus Moser, Birgit Obermüller, Spitzenkandidat Dominik Oberhofer, Susanna Riedlsperger und Franziska Schumi (v.l.).
© Thomas Böhm

Obermüllers Platzierung am gestrigen Ende des dreistufigen Online-Wahlsystems der NEOS (laut Parteiangaben nahmen über 700 Personen teil), war alles andere als eine Überraschung. Der Kufsteiner Volksschuldirektorin war bei der Gemeinderatswahl im Frühjahr der Einzug in die Bürgermeisterstichwahl geglückt. Dort hatte sei freilich gegen Langzeit-BM Martin Krumschnabel keine Chance, galt aber NEOS-intern als große Zukunftshoffnung für die Landtagswahl. Eine Ewartungshaltung, welche sie gestern erfüllte.

Es folgen mit Susanna Riedlsperger die Junos-Landesvorsitzende sowie Landesfinanzreferentin Franziska Schumi. Erst auf Platz fünf folgt mit dem Milser Ex-BM Markus Moser der nächste pinke Mann.

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Oberhofer teilte gestern in seiner Wahlrede nach (fast) allen Seiten erwartungsgemäß ordentlich aus. In erster Linie aber in Richtung der regierenden ÖVP und deren Koalition mit den Landes-Grünen.

🗳️ Listenplätze für die Landtagswahl

  • Platz 1: Dominik Oberhofer
  • Platz 2: Birgit Obermüller
  • Platz 3: Susanna Riedlsperger
  • Platz 4: Franziska Schumi
  • Platz 5: Markus Moser
  • Platz 6: Markus Trainer
  • Platz 7: Stefan Wirtenberger
  • Platz 8: Johannes Augustin
  • Platz 9: Edith Reichel
  • Platz 10: Jasmin Simoner
  • Platz 11: Kevin Ladstätter
  • Platz 12: Markus Moll
  • Platz 13: Armin Mairhofer

„ÖVP und Grüne haben versagt, sich aus der Verantwortung gestohlen und sind auf der Flucht“, bilanzierte Oberhofer über die Koalition. Retrospektiv betrachtet, so Oberhofer, habe die ÖVP das über Jahrzehnte geltende „Wohlstandsversprechen gebrochen“. Mit Fleiß, Arbeit und Leistung könnte sich die junge Generation heutzutage nichts mehr aufbauen: „Das ist Geschichte. Glück darf aber die Politik nicht ersetzen“, mahnte Oberhofer ein. Grünen-Spitzenkandidat Gebi Mair warf der NEOS-Frontmann vor, in 14 Jahren im Landtag „nichts weitergebracht“ zu haben: „Gebi, geh wieder Rad fahren.“ Und in Richtung SP-Chef Georg Dornauer meinte Oberhofer süffisant: „Ich weiß, dass ich ohne Team gar nichts bin.“

Apropos Team: Oberhofer formuliert für die Wahl und danach ein klares Ziel: „Wir wollen in die Regierung kommen.“ Zwölf Prozent seien „schaffbar“. 2018 fuhren die NEOS 5,2 Prozent (zwei Mandate) ein. Eine Koalition mit der VP wäre zwar nicht Oberhofers erste Wahl, eher denkt er an eine Dreierkoalition ohne VP, ausschließen will er sie aber nicht. Nur: „Eine Koalition mit uns gibt’s nur dann, wenn Mattle in den Keller der ÖVP geht und aufräumt. Die ÖVP braucht einen Neustart.“ Eine erste pinke Bedingung an VP-Spitzenkandidat Anton Mattle formuliert Oberhofer: „Die müssen die Corona-Hilfen zurückzahlen.“ Gemeint sind jene, die an den Verein des Seniorenbundes geflossen sind. (TT)


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