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Suzuki Jimny ist zurück: Das Offroad-Unikat im Lkw-Format

Als der Suzuki Jimny vor gut zwei Jahren aus dem Programm genommen wurde, war das für die Fangemeinde ein Schlag ins Gesicht. Die gute Nachricht: Der Jimny ist zurück. Als Nutzfahrzeug.

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In der Lkw-Version verzichtet der Jimny auf die hintere Sitzreihe. Dafür lassen sich jetzt 863 Liter (bis zu 150 kg) hinter der Heckklappe verstauen.
© Letzner

Von Lukas Letzner

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Hof – Spulen wir kurz zurück: Als der Suzuki Jimny 2018 neu aufgelegt wurde, verdrehte er vielen Interessenten den Kopf. Der Offroader, den vorher nur Jäger oder Förster fahren wollten, war auf einmal cool und verkaufte sich von Beginn an wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Lieferengpässe waren vorprogrammiert. Die strengen Abgasnormen der EU führten dann aber dazu, dass Suzuki den kleinen Jimny aus dem Programm nehmen musste. Zu hoch wären die Strafzahlungen für den japanischen Automobilhersteller gewesen. Für die Fangemeinde der kleinen Offroad-Legende war das natürlich ein Schock, zumal das dazu führte, dass der begehrte Kraxler als Gebrauchtwagen sogar über dem ursprünglichen Neupreis gehandelt wurde.

Die gute Nachricht: Mittlerweile steht der Jimny wieder in den Schauräumen der Händler. Er gilt aber nicht mehr als Pkw, sondern ist nur noch mit Nutzfahrzeug-Zulassung erhältlich, denn so kann der japanische Automobilhersteller die Verordnung der EU umgehen. Wir haben den kleinen Offroad-Lkw kürzlich zum Test geladen und überprüft, was man sonst noch wissen sollte.

Die auffälligste Änderung des „neuen“ Jimny betrifft den Innenraum. Die hintere Sitzbank fällt nämlich dem Prädikat „Nutzfahrzeug“ zum Opfer und wurde einfach gestrichen. Stattdessen hat man den Kofferraum vergrößert (er fasst jetzt 863 Liter) und mittels Gitter vom Fahrgastraum abgetrennt. Ob das – in Anbetracht der viel zu kleinen hinteren Sitze im Vorgänger – schlimm ist, muss wohl jeder für sich beantworten. Ansonsten hat sich gar nicht so viel geändert, und aus unserer Sicht ist das auch gut so. Der typische Offroad-Kühlergrill, die aufrechte Front, die schlichten Leuchten und die kantige Karosserie verleihen dem Suzuki Jimny seinen einzigartigen Auftritt. Wie es sich für einen waschechten Kraxler gehört, findet man reichlich Plastik und die Überhänge sind vorne wie hinten extrem kurz gehalten. Die 15-Zoll-Bereifung auf schwarzer Stahlfelge unterstreicht den Nutzfahrzeugcharakter des Jimny – und passt irgendwie. Der Innenraum wird von Hartplastik dominiert, was den robusten Eindruck des Jimny unterstreicht. Er ist halt ein echter Naturbursche. Bluetooth für Smartphone, Sitzheizung und sogar ein CD-Player (vielleicht gibt es noch jemanden, der so etwas besitzt) fahren aber mit. Von seinen Geländequalitäten hat er natürlich nichts eingebüßt.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1462 ccm

Drehmoment: 130 Nm bei 4000 U/min

Leistung: 75 kW/102 PS

L/B/H: 3646/1646/1705 mm

Gewicht: 1092/1435 kg

Kofferraumvolumen: 863 l

Tankinhalt: 40 l

Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h

0–100 km/h: k.A

Verbrauch: 9,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: ab 23.990 Euro

CO2-Emission: 172 g/km

Seine 1165 Kilogramm machen ihn zu einem echten Leichtgewicht und mit lediglich 3,65 Metern wieselt er um jedes noch so enge Eck. Ein Leiterrahmen, eine Starrachse vorne und hinten, 21 Zentimeter Bodenfreiheit, Allradantrieb und sein Untersetzungsgetriebe runden die Offroad-Zutaten ab. Angetrieben wird unser Jimny von dem altbekannten 1,5-Liter-Saugmotor, der 102 Pferde antraben lässt und maximal 130 Nm auf die Kurbelwelle stemmt. Für den Standardsprint hat Suzuki keinen Wert angegeben, wirklich relevant ist das bei dem kleinen Grenzgänger aber ohnehin nicht. Dass die Maximalgeschwindigkeit bei 145 km/h liegt, wollen wir auch nur der Vollständigkeit halber erwähnen. Bei unserem Test wollten wir über die 130 km/h nicht hinauskommen. Dann wird der Jimny nämlich unruhig, was vor allem dem kurzen Radstand geschuldet ist.

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Wer den Suzuki das erste Mal beispielsweise aus einer Tiefgarage zirkelt, wird überrascht sein, wie schnell er sich ums Eck bewegen lässt. Der Wendekreis liegt nämlich unter 10 Metern, und das ist man schlichtweg nicht mehr gewöhnt. Ein Vorteil aber, wenn man auf engen Forststraßen umdrehen muss. Und dort spielt der Jimny dann auch seine wahre Stärke aus. Auch extreme Steigungen meistert er mit links und die für den Straßenverkehr recht weich abgestimmte Federung wird – in Kombination mit der etwas indirekten Lenkung – zur Wohltat. Wer gerne selber mit dem Jimny ausreiten würde, muss wissen, dass man mindestens 23.990 Euro auf der Seite haben sollte.


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