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Nadal im Achtelfinale, Topfavoritin Swiatek flog in 3. Runde hinaus

Ganz locker ist Rafael Nadal in Achtelfinale von Wimbledon eingezogen. Bei den Frauen hat sich hingegen die Polin Iga Swiatek schon in der 3. Runde ins Aus befördert.

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Spain's Rafael Nadal celebrates winning against Italy's Lorenzo Sonego at the end of their men's singles tennis match on the sixth day of the 2022 Wimbledon Championships at The All England Tennis Club in Wimbledon, southwest London, on July 2, 2022. (Photo by SEBASTIEN BOZON / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE
© SEBASTIEN BOZON

Wimbledon/London – Mit seinem im bisherigen Turnierverlauf schnellsten Erfolg ist Rafael Nadal ins Achtelfinale des Tennis-Rasenklassikers von Wimbledon eingezogen. Gegen Francisco Cerundolo und Ricardas Berankis hatte die Nummer zwei der Welt noch vier Sätze benötigt, für den Italiener Lorenzo Sonego reichte am Samstag ein glattes 6:1,6:2,6:4. Nadal besitzt damit nach den Triumphen bei den Australian Open und den French Open weiter die Chance auf seinen dritten Grand-Slam-Titel des Jahres.

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"Es war mein bestes Spiel bis jetzt", gab Nadal danach zu Protokoll. In der Runde der besten 16 trifft er nun auf den Niederländer Botic van de Zandschulp, den er bereits bei den French Open bezwungen hatte.

Völlig anders gelagert war das Duell zwischen der griechischen Nummer vier von Wimbledon, Stefanos Tsitsipas, und dem ungesetzten Australier Nick Kyrgios. In einem emotionsgeladenen, ja geradezu gehässigen Kampf behielt Kyrgios schließlich mit 6:7(2),6:4,6:3,7:6(7) die Oberhand. Der "Bad Boy" legte sich mehrfach mit den Unparteiischen an, nutzte Schimpfwörter und bepöbelte sein eigenes Team auf der Tribüne.

Verwarnung für Tsitsipas

Tsitsipas schlug nach dem Verlust des zweiten Satzes einen Ball auf die Ränge, traf nur knapp keinen Zuschauer. Kyrgios erinnerte den Referee an die US Open 2020, als Novak Djokovic disqualifiziert wurde, weil er eine Linienrichterin mit einem Ball getroffen hatte. Auch Tsitsipas dürfe nicht weitermachen, forderte Kyrgios und lamentierte mehrere Minuten. Der Schiedsrichter sprach lediglich eine Verwarnung aus.

Für die zweite Verwarnung, als Tsitsipas einen Return an die Anzeigetafel donnerte, musste der Grieche einen Punktverlust in Kauf nehmen. Die Stimmung wurde immer frostiger. Tsitsipas zielte mehrere Bälle direkt auf den Körper seines Kontrahenten. Nach einem Netzroller verbeugte sich Kyrgios, anstatt sich wie üblich zu entschuldigen. Mit einem feinen Stopp sicherte sich der 27-Jährige den Sieg und jubelte ausgelassen. "Was immer auf dem Platz passiert, ich liebe ihn", sagte der Weltranglisten-40. danach. Er trifft nun auf Brandon Nakashima aus den USA.

Frühes Aus für Swiatek

Zuvor am Samstag hatte sich Alex De Minaur, als Nummer 19 gereiht, ebenfalls sicher präsentiert. Der 23-jährige Australier setzte sich gegen den britischen Wildcard-Mann Liam Broady 6:3,6:4,7:5 durch und trifft in seinem ersten Wimbledon-Achtelfinale auf den ungesetzten Chilenen Cristian Garin. Auch für die US-amerikanische Nummer 11 von Wimbledon, Taylor Fritz, ist es eine Premiere im Achtelfinale. Der 24-Jährige warf den Slowaken Alex Molcan mit 6:4,6:1,7:6(3) aus dem Bewerb und bekommt es nun mit dem australischen Zweitrundenbezwinger von Dennis Novak, Jason Kubler, zu tun, der im Duell zweier Qualifikanten Jack Sock (USA) in fünf Sätzen eliminierte.

Weltranglistenerste und Topfavoritin Iga Swiatek flog bereits in der 3. Runde hinaus.
© GLYN KIRK

Die Weltranglistenerste und Topfavoritin Iga Swiatek hat in Wimbledon ein frühes Aus ereilt. Am Samstag unterlag die Polin beim Tennis-Rasenklassiker in der dritten Runde der routinierten Französin Alice Cornet mit 4:6,2:6 und erlitt dabei die erste Niederlage nach 37 Siegen in Folge. Swiatek hatte die French Open und die vorigen fünf Turniere gewonnen. Damit sind aus den Top Ten der Weltrangliste nur noch die Tunesierin Ons Jabeur (2) und Paula Badosa (4) aus Spanien dabei.

Der 21-jährigen Swiatek unterliefen mehr als 30 unerzwungene Fehler in der Partie, sie wurde bei ihrem zweiten Aufschlag immer wieder von Cornet attackiert. Die 32-Jährige, die ihr 62. Grand-Slam-Turnier en suite spielt, ist in Wimbledon zwar noch nie über das Achtelfinale hinausgekommen, hatte bei dem Turnier aber unter anderem auch schon den amerikanischen Superstar Serena Williams geschlagen. "Mir fehlen die Worte, es erinnert mich daran, wie ich auf dem gleichen Platz Serena bezwungen habe", sagte Cornet, dies es in der nächsten Runde mit Ajla Tomljanovic (AUS) aufnimmt. Angesprochen auf ihr Alter scherzte sie: "Ich bin wie guter Wein. In Frankreich altert guter Wein immer gut."

Die letzte Spielerin, die Swiateks Marke erreicht hatte, war 1997 Martina Hingis, deren Serie ebenfalls nach 37 Erfolgen endete. Länger blieb letztmals Steffi Graf in den Jahren 1989 und 1990 ungeschlagen (66 Siege). "Ich war nicht in meiner besten Verfassung, also wusste ich, dass dies passieren konnte", sagte Swiatek, die weniger gerne auf Rasen spielt. "Gerade bin ich zufrieden mit meiner Serie, ich bin froh, dass ich das geschafft habe."

Wimbledon-Ergebnisse

WIMBLEDON (Grand Slam, 40,35 Mio. Pfund, Rasen):

FRAUEN - 3. Runde:

Alize Cornet (FRA) - Iga Swiatek (POL-1) 6:4,6:2

Petra Martic (CRO) - Jessica Pegula (USA-8) 6:2,7:6(5)

Simona Halep (ROU-16) - Magdalena Frech (POL) 6:4,6:1

Jelena Rybakina (KAZ-17) - Zheng Qinwen (CHN) 7:6(4),7:5

Neben Swiatek verabschiedete sich am Samstag mit Jessica Pegula (USA, WTA-9) eine weitere Top-Ten-Spielerin, sie unterlag Petra Martic (CRO) 2:6,6:7(5). Badosa spielte sich hingegen weiter in den Favoritinnenkreis, bezwang Petra Kvitova (CZE-25) mit 7:5,7:6(4).

Indes setzte die Französin Harmony Tan ihren überraschenden Siegeszug fort. Die Erstrunden-Bezwingerin von Serena Williams gewann in 51 Minuten 6:1,6:1 gegen die Britin Katie Boulter und erreichte erstmals das Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. "Ich kann es noch nicht glauben. Es ist großartig", sagte die 24-jährige Tan. "Es war wirklich emotional in der ersten Runde gegen Serena. Heute war es wirklich gutes Tennis, ich weiß selber nicht, warum."

Tan hatte Williams bei deren Einzel-Comeback nach einem Jahr Verletzungspause in der ersten Runde bezwungen und trifft auf Amanda Anisimova. Die 20-jährige Amerikanerin setzte sich am Ende deutlich mit 6:7(4),6:2,6:1 gegen ihre zwei Jahre jüngere Landsfrau Coco Gauff durch. Gauff hatte bisher in Wimbledon stets das Achtelfinale erreicht und galt nach ihrem Finaleinzug zuletzt bei den French Open als mögliche Titelanwärterin. (APA/dpa/Reuters)


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