Entgeltliche Einschaltung

Übergriffe im Einsatz: Freiwilligen fehlt oft die Wertschätzung

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsorganisationen klagen über Aggression. 30 Prozent waren mit Übergriffen konfrontiert.
© Rotes Kreuz

Wien – Österreich sieht sich zu Recht als Land der Freiwilligen und des Ehrenamtes. 500.000 Menschen sind bei Rettung und Feuerwehr tätig. Mehr als die Hälfte von ihnen gibt in einer Umfrage aber an, dass sich die Bedingungen für ihre Tätigkeit in der Corona-Pandemie verschlechtert hätten. Vor allem Mitarbeiter von Rettungsorganisationen klagen über zunehmende Aggressionen ihnen gegenüber. 38 Prozent aller Helferinnen und Helfer dachten darüber nach, ihr Engagement einzustellen. Die Motive sind vielfältig: Sie sehen den Zusammenhalt in der Gesellschaft schwinden oder vermissen die Wertschätzung der Politik. Ein Faktor ist auch die zeitliche Belastung.

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Die Zahlen stammen aus einer Studie der „Zivilschutzagenda Österreich“. Teilnehmer dieser Initiative sind das Rote Kreuz, der Bundesfeuerwehrverband, das vom Innenministerium geförderte „Kompetenzzentrum Sicheres Österreich“ (KSÖ) und der Feuerwehrausrüster Rosenbauer. Sie wollen die Bedingungen für ehrenamtliches Engagement verbessern. Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut Makam knapp 1600 Helfer von Blaulichtorganisationen befragt.

Die Vertreter der Zivilschutzagenda fordern, diese Ergebnisse ernst zu nehmen. „Die Wertschätzung seitens der Politik hören wir bei jeder Veranstaltung. Wir brauchen aber mehr als nur Worte, es braucht vernünftige zeitnahe Umsetzungen von brennenden Themen“, sagt Peter Hölzl, Landesfeuerwehrkommandant von Tirol und Vizepräsident des Bundesfeuerwehrverbandes.

Michael Opriesnig, Generalsekretär des Roten Kreuzes, sieht die Studie als Auftrag an die Politik. In seinem Bereich sind die Folgen der Pandemie besonders spürbar. 696 der Befragten engagieren sich bei einer Rettungsorganisation. 72 Prozent von ihnen gaben an, dass ihr Gefährdungspotenzial stark oder etwas zugenommen habe. 31 Prozent sagen, dass sie persönlich schon einmal Opfer eines Übergriffs geworden sind, einer Beleidigung oder gar einer körperlichen Attacke. 25 Prozent berichten von Fällen aus ihrem Umfeld. (TT)

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