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Geschichten von kleinen Helden: Wenn Kinder in die Bücher-Hauptrolle schlüpfen

Schon mal ein Buch über sich gelesen? Immer mehr Kinder können das von sich behaupten. Denn bei personalisierten Büchern schlüpfen die Kleinsten in die Hauptrolle.

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Ob für Ben, Emilia oder Nino: Beim Schweizer Kinderbuchverlag Librio können Kinder die Hauptfigur in Büchern übernehmen.
© librio

Von Rosa Karbon

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Das Formular auf der Website klingt ein wenig nach Datingplattform. Anzugeben sind „Name“, „Hautfarbe“ und „Frisur“, anklicken kann man „Junge“ oder „Mädchen“. Nein, wir erstellen auch nicht gerade einen Avatar für ein Online-Videospiel. Wobei das mit dem Avatar gar nicht so weit hergeholt ist. Denn mit diesen Angaben wird eine Zeichentrickfigur erstellt, die aussieht wie du – oder zumindest Ähnlichkeiten hat.

© librio

Wofür das gut ist? Die kleine Marie, Thomas und Hannes können so gemeinsam mit den Pferdemädchen Bibi und Tina, Sam, dem Feuerwehrmann, und dem grunzenden Schwein Peppa Pig auf Abenteuer gehen. Ein paar wenige Klicks, und schon können Eltern sie mithilfe einer gezeichneten Vorlage in die Bücher einfügen.

„Seit Jahren ist ein Trend hin zur Individualisierung und Personalisierung bemerkbar. Dieses Produkt trifft daher den Nerv der Zeit“, sagt Tim Hess. Er ist Mitgründer des 2017 gegründeten Schweizer Kinderbuchverlags Librio, das sich auf personalisierte Kinderbücher spezialisiert hat.

Bei Librio reisen die Kinder jedoch nicht an der Seite von Batman und Co. Denn die Bücher des Verlags sind eigens geschrieben und gestaltet worden. Bestseller ist das Buch „Willkommen auf der Welt“, welches auch gerne zur Geburt verschenkt wird. Die Besonderheit: Ob zwei Väter, zwei Mütter, Mutter und Vater oder nur eine Person – jede Variante kann ausgewählt werden.

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Mittlerweile zählt Librio zu den größeren Anbietern. Doch nicht nur die Auftragszahlen steigen, auch die Konkurrenz wächst. „Noch befinden wir uns in einem Nischenmarkt. Das wird sich aber sicher ändern“, sieht Hess voraus. Bewähren muss sich der Schweizer Verlag aber nicht gegen andere Buchverlage, sondern vielmehr gegen die Geschenke-Branche. „Personalisierte Bücher werden insbesondere als Geschenke gekauft. Die Kunden sind dann auch dazu bereit, mitunter etwas mehr dafür zu zahlen.“ Ein Trend, der im traditionellen Buchmarkt derzeit wohl eher in die andere Richtung weg vom gedruckten Buch geht.

Erst kürzlich hat Librio mit „Ein starkes Team“ anlässlich des Vatertags sein mittlerweile zehntes Buch ins Sortiment mitaufgenommen. In die Hauptrolle schlüpft hierbei neben dem Kind auch der Vater. Und auch dieser wird auf Haut und Haar geprüft und abgedruckt. Aber nicht nur das Aussehen spielt eine Rolle: Gewählt werden kann zwischen insgesamt 25 verschiedenen Sprachen und Dialekten: von Schwedisch bis Walliserdeutsch. Im Moment würde Librio elf verschiedene Schweizer Dialekte anbieten, österreichische bislang noch keine.

„Da jedes Buch ohnehin einzeln gedruckt wird, ist das eine Chance, noch mehr Emotion in das Buch zu bringen“, sagt Hess. Die Individualität hat aber auch ihren Preis: Bücher gibt es ab rund 30 Euro.

Einen Effekt haben diese Bücher nicht nur auf die Geldtasche: Kinder greifen dadurch (hoffentlich) wieder öfter zum Buch.


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