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Franui und Habjan erweisen Georg Kreisler zum 100er die Ehre

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Der Schmäh des 2011 verstorbenen Kabarettisten ist bis heute legendär.
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Sein Schwarzer Humor ist bis heute legendär: Der 2011 verstorbene Kabarettist, Chansonnier und Autor Georg Kreisler hat nicht nur mit Liedern wie "Gemma Tauberln vergiften im Park" Satireglanzstunden abgeliefert. Anlässlich seines 100. Geburtstages am 18. Juli haben sich die Musicbanda Franui und Puppenspieler Nikolaus Habjan erneut mit seinem Œuvre beschäftigt. Ihre kürzlich erschienen "Kreisler-Lieder" stellen die Künstler am 9. Juli im Wiener Theater im Park vor.

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Der Tauben-Klassiker ist konsequenterweise gleich an den Anfang des Albums gesetzt, das auch in einer aufwendigen Deluxe-Edition erhältlich ist. Natürlich geht es auch nicht ohne "Der Tod, das muss ein Wiener sein". Diese Stücke und alles dazwischen sind für die Protagonisten allerdings keineswegs zu eroberndes Neuland, sondern bereits längst bestens erprobte Spielwiese. Immerhin haben Franui und Habjan erstmals 2017 ihre Kreisler-Interpretationen zum Besten gegeben, damals unter dem Titel "Wien ohne Wiener" am hiesigen Volkstheater.

Seitdem gab es Gastspiele an verschiedensten Orten sowie diverse Erweiterungen des Programms, am markantesten wohl die von Habjan zum Leben erweckte Figur "Lady Bug", die das Zepter führt und eigenen Angaben zufolge bereits seit 15 Jahren mit Franui auf Abschiedstournee unterwegs ist - so ist zumindest dem Booklet zu entnehmen. Man merkt: Der Schmäh funktioniert hier gleich auf mehreren Ebenen, passt doch die musikalische Finesse des Ensembles bestens zur Darbietung Habjans, der den Sologesang beisteuert. Davon ganz abgesehen: Texte wie "Meine Freiheit, deine Freiheit" lesen sich, eh klar, ungemein heutig.

Kreisler, der am 18. Juli 1922 in Wien geboren wurde, emigrierte nach der Machtergreifung der Nazis mit seinen Eltern nach Hollywood, wo er etwa als Arrangeur, Pianist und Dirigent beim Film und bei Musicals arbeitete. Der große Durchbruch folgte nach seiner Rückkehr nach Wien, feierte er doch ab den 1950er-Jahren mit seinen mitunter makabren Chansons große Erfolge im deutschsprachigen Raum - und das, obwohl etliche Nummern im heimischen Radioprogramm zunächst auf wenig Gegenliebe stießen.

Neben seinen Gedichten und Liedern war Kreisler auch als Buchautor und Hörspieltexter tätig und verfasste Kabarett- sowie Theaterstücke. Bereits 1988 erhielt er die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold 1988. Anlässlich seines 85. Geburtstags im Jahr 2007 übernahm die Berliner Akademie der Künste das Archiv des Kabarettisten, 2010 wurde Kreisler mit dem Friedrich Hölderlin-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

Auch Ö1 widmet sich rund um das Jubiläum dem legendären Künstler mit spitzer Feder und scharfer Zunge: So beschäftigt sich etwa der Journalist und Autor Friedrich Orter von 11. bis 16. Juli jeweils in den "Gedanken für den Tag" (6.56 Uhr) mit dem Schaffen Kreislers, den er in Bela Korenys legendärer Broadway-Bar persönlich kennengelernt hat. Am 17. Juli liest Burgtheater-Doyenne Elisabeth Orth in "Du holde Kunst" (8.15 Uhr) unter dem Titel "Wie war das nur? Ich weiß nicht mehr!" Gedichte Kreislers, und ab 19.05 Uhr steht er im Fokus bei "Contra - Kabarett und Kleinkunst". Reichlich Gelegenheit zum (Wieder-)Entdecken also.


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