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Plansee mit Rekordzahlen, 150 zusätzliche Tirol-Jobs

Der weltweit tätige Hochleistungs-Werkstoffhersteller Plansee meldet Umsatzsprung auf über 2 Mrd. Euro. Ab Herbst droht ein Einbruch.

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Die Plansee Group hat trotz Krise im vergangenen Jahr kräftig investiert.
© Plansee Group

Von Alois Vahrner

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Breitenwang – Vor einem Jahr feierte das Außerferner Paradeunternehmen mit Hauptsitz in Breitenwang bei Reutte das 100-Jahr-Jubiläum, passend dazu präsentierte der Vorstand eine neue Rekordbilanz: Die Plansee Group legte im Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende Februar) einen Umsatzsprung um 56 Prozent von 1,29 auf 2,02 Mrd. Euro hin.

Zurückzuführen war das kräftige Plus laut Vorstandssprecher Karlheinz Wex auf eine starke Konjunktur nach der Pandemie, interne Verbesserungsmaßnahmen und die Vollkonsolidierung der Hartmetalltochter Ceratizit. Bei ihr wurde der Anteil von 50 auf 100 Prozent erhöht. Ohne diesen Effekt hätte das Plus immer noch 15 Prozent ausgemacht.

Besonders stark sei die Nachfrage vor allem im Maschinenbau, der Halbleiterindustrie und der Medizintechnik gewesen. Insgesamt 45 Prozent des Gesamtumsatzes macht die Plansee Group in den Bereichen Automobil und Maschinenbau. Sie deckt dabei die gesamte Wertschöpfungskette ab – vom Erzkonzentrat bis zu Werkzeugen und Komponenten. Das Portfolio umfasst mehr als 100.000 verschiedene Produkte.

Trotz Krise wurde im letzten Jahr mit 154 Mio. Euro wieder kräftig investiert, davon flossen allein 62 Mio. Euro in den Standort Breitenwang. Insgesamt 86 Mio. Euro flossen in Forschung und Entwicklung. Der Anteil an so genannten Neuprodukten (jünger als fünf Jahre nach der Entwicklung) lag bei 33 Prozent, die Eigenkapitalquote belief sich auf 51 Prozent.

Die Plansee Group ist auf Produkte aus den Werkstoffen Molybdän und Wolfram spezialisiert und beschäftigt weltweit 11.174 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 2509 in Tirol – um 150 mehr als im Jahr davor. Laut Wex stoße man am hiesigen Arbeitsmarkt an eine „kritische Grenze“.

Plansee stehe wirtschaftlich auf sehr soliden Beinen und gehe optimistisch in die Zukunft, so Wex. Für die kommenden drei Monate seien die Auftragsbücher gut gefüllt. Neben der Lieferketten-Krise gebe es leider unabschätzbare Folgen des Ukraine-Kriegs, die unsichere Gasversorgung und die starke Inflation, was Prognosen verunmögliche. Ab Herbst rechnet der Plansee-Vorstandssprecher mit einem kräftigen Abschwung. Bei einem Gas-Totalausfall (bezogen wird über Deutschland) müsste man auch Teile der Produktion stoppen, weil Gas besonders auch für die Wasserstoffproduktion benötigt werde.

Plansee habe eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen, auch um den CO2-Fußabdruck in den nächsten drei bis fünf Jahren um 60 Prozent massiv zu reduzieren, betont Vorstand Wolfgang Köck. Aktuell sorge die eigene Produktion weltweit für 100.000 Tonnen CO2, mit allen Lieferanten seien es 200.000 Tonnen. Künftig wolle man Wasserstoff vorwiegend über Elektrolyse mithilfe von grünem Strom gewinnen. Die Recyclingquote solle auf 70 Prozent steigen, die Kreislaufwirtschaft auf über 95 Prozent. Ein Ziel sei aber auch, die Arbeitsunfälle (derzeit 1,1 pro 100 Mitarbeiter und Jahr) auf möglichst null zu reduzieren. Mindestens 80 Prozent der Führungsjobs sollen intern besetzt werden.


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