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G20-Außenministertreffen auf Bali: Blinken, Lawrow und Wang erwartet

Auf Bali treffen sich ab dem heutigen Donnerstag die Außenminister der G20-Staaten. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow will daran teilnehmen – ungeachtet des Angriffskrieges, das sein Land gegen den Nachbarn Ukraine führt.

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow.
© imago

Bali, Kiew, Moskau – Vom Ukraine-Krieg überschattet beginnt auf der indonesischen Insel Bali am Donnerstag ein Außenministertreffen der G20-Gruppe führender und aufstrebender Wirtschaftsmächte. Zu den Beratungen werden neben US-Außenminister Tony Blinken auch Sergej Lawrow aus Russland und Wang Yi aus China persönlich erwartet. Im Gegensatz zu den G7 gehören der G20-Runde auch autoritär geführte Länder wie Russland, China und Saudi-Arabien an. Indonesien hat derzeit die Präsidentschaft.

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Die britische Außenministerin Liz Truss wird der BBC zufolge wegen der Regierungskrise in London ihre Teilnahme am Treffen der G20-Ressortchefs auf Bali abbrechen. Truss plane, nach Großbritannien zurückzukehren, berichtete BBC. Truss gilt als mögliche Nachfolgerin von Premierminister Boris Johnson.

Baerbock hofft auf gemeinsame Reaktion auf russischen Krieg

Die deutsche Ressortchefin Annalena Baerbock warb vor ihrem Abflug für eine gemeinsame Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Wir alle haben ein Interesse daran, dass internationales Recht geachtet und respektiert wird. Das ist der gemeinsame Nenner", erklärte die Grünen-Politikerin am Mittwoch in Berlin vor ihrem Abflug zu den G20-Beratungen. "Und es ist auch der Grund, warum wir Russland nicht einfach die Bühne des Treffens überlassen werden."

Bei dem Außenministertreffen ist am Donnerstagabend (Ortszeit) ein Empfang vorgesehen. Thema der ersten Arbeitssitzung am Freitag ist die Stärkung des Multilateralismus – also der gemeinsamen und gleichberechtigten Konfliktlösung auf dem Boden internationaler Regeln. Zudem soll es vor dem Hintergrund des russischen Krieges in der Ukraine um die weltweite Ernährungs- und Energiesicherheit gehen. Lawrows Anwesenheit gilt als Test für eine mögliche Teilnahme von Kreml-Chef Wladimir Putin am G20-Gipfel am 15. und 16. November, der ebenfalls auf Bali stattfindet. Mehrere Staaten haben ihre Teilnahme infrage gestellt, sollte Putin persönlich erscheinen.

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Indonesiens Präsident traf Putin und Selenskyj

Der weltgrößte Inselstaat Indonesien hat in diesem Jahr den G20-Vorsitz. Präsident Joko Widodo war Ende Juni nach Kiew und Moskau gereist und sowohl mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als auch mit Putin zusammengetroffen. Er hatte dabei eine Vermittlerrolle in dem Konflikt angeboten.

Mit Spannung wird erwartet, ob einige Minister aus Protest gegen Lawrows Anwesenheit die Beratungen verlassen werden und es somit zu einem Eklat kommen könnte. Der Sprecher des indonesischen Außenministeriums, Teuku Faizasyah, wollte dies nicht kommentieren, betonte aber: "Wir Diplomaten sollten auf verschiedene Szenarien vorbereitet sein."

Eine gemeinsame Abschlusserklärung der G20 wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Der Sprecher sagte, am Ende des Treffens am Freitag sei eine Erklärung des Außenministeriums geplant. Die Regierung in Kambodscha teilte unterdessen mit, Lawrow auch zu Treffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN Anfang August eingeladen zu haben.

Lawrow traf bereits Kollegen aus China und Türkei

Der bereits auf Bali eingetroffene Lawrow führte am Donnerstag Gespräche mit seinem chinesischen Kollegen Wang sowie mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Zum Inhalt war zunächst nichts bekannt. Aus dem US-Außenministerium hatte es zuvor geheißen, ein bilaterales Treffen von US-Außenminister Antony Blinken mit Lawrow sei nicht vorgesehen. Das bestätigte später auch Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow. (APA, dpa)


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