Euro

Gas-Krise lässt Euro-Kurs auf einen Dollar abrutschen

Der Euro leidet unter dem Ukraine-Krieg und dem kampf gegen die Inflation.
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Fast zwei Jahrzehnte lang war der Euro wertvoller als der Dollar. Nun lasten Rezessionsängste schwer. Beim digitalen Euro ist ein Limit geplant.

Frankfurt – Frankfurt – Eins zu eins beim Wechselkurs von Euro und Dollar: Das gab es zuletzt im Jahr 2002, knapp nach der Einführung des Euro als Bargeld. Seit Monaten geht es mit der gemeinsamen Währung der 19 Euroländer bergab, gestern wurde nun die Parität erreicht. Seinen bisherigen Höchststand hatte der Euro mit 1,6038 US-Dollar im Juli 2008 inmitten der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht.

Fachleute erklären die aktuelle Euro-Schwäche vor allem durch zwei Entwicklungen. Zum einen geht derzeit die Furcht vor einem wirtschaftlichen Absturz um. „Die Rezessionsängste in Europa verschärfen sich“, so die Commerzbank. Hauptgrund sind der Ukrainekrieg und die Abhängigkeit Europas von russischen Gaslieferungen. Sollte das Gas aus Russland ganz ausbleiben, könnte dies eine tiefe Rezession auslösen.

Zweiter wichtiger Grund für die Euro-Schwäche ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Viele andere Notenbanken, allen voran die US-Notenbank Fed, haben den Kampf gegen die hohe Inflation bereits aufgenommen und ihre Leitzinsen meist deutlich angehoben. Die EZB zögerte lange und will nun im Juli die Leitzinsen erstmals seit elf Jahren um 0,25 Prozentpunkte anheben.

Euro-Schwäche kommt ungelegen

Die Euro-Schwäche kommt angesichts sehr hoher Inflationsraten äußerst ungelegen, denn je niedriger der Wechselkurs ist, desto stärker werden im Verhältnis andere Währungen wie der Dollar. Das führt dazu, dass nach Österreich eingeführte Waren teurer werden. Konsumenten müssen bei sinkendem Eurokurs also noch tiefer in die Tasche greifen, um ihre Lebenshaltungskosten zu stemmen. Vor allem die hohen Energie- und Rohstoffpreise drohen weiter zu steigen, denn gezahlt wird hier mehrheitlich in US-Dollar. Und der Dollar wertet auf, wenn der Euro abwertet. Auch der Urlaub in vielen Nicht-Euro-Ländern wird teurer. Und natürlich wird der Inflationskampf der EZB noch schwieriger. Profiteure sind die Exporteure.

Neue Informationen gibt es zum digitalen Euro: Die Währungshüter erwägen Limits für das geplante digitale Zentralbankgeld. Im Gespräch sind etwa 3000 Euro. Auch Schwellenwerte sind laut dem deutschen Bundesbank-Präsidenten Joachim Nagel denkbar, ab denen eine Verzinsung droht. (TT, APA, dpa)