Tirol

Strukturwandel „eingedämmt": Höfe-Sterben hat sich in Tirol verlangsamt

Der Trend zu weniger, dafür größeren Betrieben hält an.
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Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Tirol ist seit 2010 um ein Fünftel geschrumpft. Zuwachs bei Bio-Bauern.

Wien, Innsbruck – Der Strukturwandel in der heimischen Landwirtschaft hat sich etwas verlangsamt. Die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Unternehmen ging von 2010 bis 2020 zwar um 11 Prozent zurück. Im Jahrzehnt davor war die Verringerung mit 20 Prozent jedoch fast doppelt so hoch ausgefallen, zeigt die Agrarstrukturerhebung der Statistik Austria.

„Es ist gelungen, den Strukturwandel einzudämmen“, zeigte sich Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) bei einer Pressekonferenz erfreut. Die Zahlen würden belegen, dass die agrarpolitischen Maßnahmen Österreichs, etwa durch Förderungen im Rahmen des Agrarumweltprogramms (ÖPUL), Wirkung zeigen. Diesen Weg gelte es konsequent fortzusetzen.

Vergleicht man nur die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe – ohne Forstwirtschaft –, zeigt sich dennoch ein deutlicher Rückgang. So hat seit 2010 jeder fünfte Hof (21,2 %) seinen Betrieb eingestellt. Mit einem Rückgang von 21,6 % liegt Tirol knapp über dem Bundesschnitt. Insgesamt 14.215 land- und forstwirtschaftliche Betriebe wurden 2020 in Tirol gezählt (-12,3 %).

Zugleich halte „der Trend zu weniger Betrieben, aber mit größerer Betriebsgröße“ weiter an, sagte Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas. So wuchs die durchschnittlich genutzte Fläche von 18,8 Hektar im Jahr 2010 auf 23,6 Hektar im Jahr 2020.

Im internationalen Vergleich bleibt die heimische Landwirtschaft dennoch weiter kleinstrukturiert. „Deutschland hat 62 Hektar, Dänemark 75 Hektar, und wenn ich in die USA schaue, dann sind es 180 Hektar“, sagte Totschnig.

Deutlich gestiegen ist die Zahl der Bio-Betriebe in Österreich. Haben 2010 noch rund 15 Prozent der Betriebe nach biologischen Standards gearbeitet, waren es 2020 bereits 22,4 Prozent.

36 Prozent der Betriebe werden im Haupterwerb und 57 Prozent im Nebenerwerb geführt. 93 Prozent der Land- und Forstwirtschaften sind Familienbetriebe. (ecke)