Hoffnung im Getreidestreit: Treffen in Istanbul, Donau als Alternative
Am Mittwoch beraten Delegationen aus Russland und der Ukraine in der Türkei über eine Wiederaufnahme der Getreidelieferungen über das Schwarze Meer. Kiew weckt indes Hoffnungen auf mehr Getreideexporte über die Donau.
Kiew – Delegationen aus Russland und der Ukraine beraten am heutigen Mittwoch in der Türkei über eine Wiederaufnahme der Getreidelieferungen über das Schwarze Meer. An dem Treffen in Istanbul werden nach Angaben Ankaras auch Vertreter der UNO und der Türkei beteiligt sein. Die Ukraine ist einer der weltgrößten Exporteure von Weizen und anderem Getreide.
In den ukrainischen Häfen, die unter russischer Kontrolle stehen oder von russischen Truppen blockiert werden, stecken Millionen Tonnen Weizen fest. Seit Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar hat sich in vielen Ländern die Getreideversorgung verschlechtert. Die Türkei pflegt traditionell gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland und bemüht sich um eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.
Hoffnung auf höheren Getreide-Export über die Donau
Laut der Regierung in Kiew könne derzeit immerhin Getreide per Schiff über die Donau exportiert werden. "In den letzten vier Tagen haben 16 Schiffe die Flussmündung von Bistrau passiert", sagt der stellvertretende Infrastrukturminister Juri Waskow. "Wir planen, dieses Tempo beizubehalten." Die 16 Schiffe würden nun darauf warten, mit ukrainischem Getreide für den Export ins Ausland beladen zu werden.
Mehr als 90 weitere Schiffe stünden im rumänischen Sulina-Kanal bereit. Auf der Sulina-Route könnten bisher vier Schiffe pro Tag abgefertigt werden, für den Getreideexport seien aber acht Schiffe pro Tag nötig. Die Ukraine verhandle mit ihren rumänischen Kollegen und Vertretern der Europäischen Kommission über eine Erhöhung der Durchfahrtskapazität. (APA/Reuters)
Weizen billiger: Höhere Ernte erwartet
Optimistischere Ernteprognosen dämpfen die Furcht vor Versorgungsengpässen bei Weizen. Der US-Future ist um vier Prozent auf 8,215 Dollar je Scheffel gefallen. Der europäische Kontrakt büßte drei Prozent auf 332,50 Euro je Tonne ein.
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hatte zuletzt seine Vorhersagen angehoben. Außerdem sind die ersten Ernteberichte aus Deutschland ermutigend. Die Preise drückten auch geplante Verhandlungen zur Freigabe ukrainischen Getreides zum Export.
Kommentare