Tirol bereitet sich auf den Gas-Notfall vor
Deutsche Städte beleuchten Sehenswürdigkeiten kürzer, Innsbruck hat auf Sparlampen umgestellt. In Einkaufszentren wird es kühler, aber nicht kalt. Das Land richtet einen fixen Stab „Energie“ ein.
Von Anita Heubacher
Innsbruck – Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck hat seinen MitbürgerInnen wohl als einer der Ersten reinen Wein eingeschenkt. Der Grüne ruft seit Wochen zum Energiesparen auf und spricht von „apokalyptischen“ Entwicklungen, die da im Winter auf Europa zukommen könnten, wenn das Gas aus Russland ausbleibt. Geschadet hat ihm diese Offenheit nicht. Habeck ist derzeit der beliebteste Politiker Deutschlands.
Längst steht in Deutschland auf dem Prüfstand, was denn die Politik zum Energiesparen beiträgt. Habeck kühlt sein Büro nur noch auf 26 Grad. Im Bundestag sind jetzt in Innenräumen 26 bis 28 Grad Standard, früher waren es 24 bis 26 Grad. Im Winter werden die Abgeordneten und die Verwaltung mit 20 Grad auskommen müssen. Bisher waren es 22 Grad.
Schauplatzwechsel nach Österreich. Auch die österreichischen Nationalräte müssen im Sommer mit höheren und im Winter mit niedrigeren Temperaturen leben. Viel Energiesparpotenzial erwartet man sich von der Sanierung des Parlamentsgebäudes. Im Oktober soll sie abgeschlossen sein.
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