Fügen bot großen Bullen die Stirn: 3:0-Sieg für Salzburg im Finish
Tirols Cupsieger SV Fügen schlug sich im ausverkauften Zeller Parkstadion in der ersten ÖFB-Cuprunde beim 0:3 (0:1) gegen Champions-League-Starter Red Bull Salzburg mehr als nur tapfer.
Von Alex Gruber
Zell am Ziller – Nach dem Ehrenanstoß der beiden Zillertaler Olympiasieger Leonhard Stock und Stephan Eberharter hatte der SV Fügen am Freitag im ersten Durchgang gegen Österreichs Bundesliga-Serienmeister (fast) alles, was man als krasser Außenseiter braucht:
1.) Einen überragenden Torhüter namens Patrick Schiestl, der mit zahlreichen Glanztaten gegen Fernando, Sesko, Sucic oder Capaldo beim Fernseh-Livespiel quasi ein Bewerbungsvideo abgab.
2.) Einen Gegner, der mit seinen Großchancen (Fernando/24. und Sesko/33. schossen den Ball fast schon aus dem Tor) fahrlässig umging.
3.) Und Fügen hatte auch den Mut, in den seltenen Vorstößen den Schalter umzulegen. Zwei Schüsse (Matteo Steiner und Stephan Kuen) verfehlten das Ziel, bei einem Konter – nachdem Pohl nach einer Verletzungspause zurück aufs Feld gekommen war und einen Idealpass spielte – verfehlte Solospitze Kuen aus spitzem Winkel das leere Gehäuse (14.). Das wäre das Sahnehäubchen gewesen. Bitter, dass der überragende Schiestl ausgerechnet beim 0:1 (19.) patzte und Sesko abstauben konnte. Tirols Regionalligist wurde dennoch gefeiert, wie etwa bei einem Monstertackling von Velibor Keser kurz vor der Pause gegen Salzburgs Turbo-Neuzugang Fernando.
Weil ein Sesko-Treffer wegen Abseits nicht zählte und Schiestl auch gegen den eingewechselten Schweizer Teamstürmer Noah Okafor stark hielt, liefen die Bullen dem erlösenden zweiten Tor auch in der zweiten Halbzeit zum Leidwesen von Trainer Matthias Jaissle nach. Nach einem blitzsauberen Spielzug über Seikou Keita und ÖFB-Teamspieler Max Wöber schob Junior Adamu aber zum 2:0 ins leere Gehäuse ein, der 20-jährige belgische Außenverteidiger Ignace Van der Brempt donnerte das Leder dann zum 3:0-Endstand (84.) ins Kreuzeck.
Der SV Fügen – klar, dass die Kraft im Minutentakt weniger wurde – durfte sich am Ende beim historischen Fight über einen Torschuss, eine Ecke und 30 Prozent Ballbesitz freuen. Beim Aufstehen werden bei den „Siegern der Herzen“ am Samstag vermutlich die Beine brennen. „Sagenhaft, was die Jungs geleistet haben“, verneigte sich Coach Thomas Luchner.