Umwelt

Fische aus Kärntner Gurk noch auf Jahre mit Umweltgift belastet

(Symbolfoto)
© Thomas Böhm

Vor allem die Umweltgifte HCB und HCBD sind zuletzt stark gestiegen. Die Messwerte werden laufend überprüft, ein Verzehr von Fischen aus der Gurk ist aber laut den Zuständigen wohl auf Jahre nicht zu empfehlen.

Klagenfurt – Kärntens Umweltreferentin Sara Schaar (SPÖ) hat am Montag eine Pressekonferenz zur Belastung von Fischen aus der Gurk mit den Umweltgiften HCB und HCBD gegeben. Vergangene Woche war ein Bericht über zuletzt stark gestiegene Messwerte vor allem beim HCBD bekannt geworden. Flankiert von Fachbeamten war man weiter um Beruhigung bemüht, die Werte seien kein Indiz für erneut gestiegene Umweltbelastung im Gebiet. Zum Verzehr seien die Fische aber wohl auf Jahre nicht geeignet.

Aus dem Bericht vom 29. Juni, der der APA vorliegt, geht hervor, dass die Werte in Fischen im Jahr 2020 keine Grenzwertüberschreitung zeigten, 2021 teilweise und vor allem 2022 "nach der Umweltqualitätsnorm und lebensmittelrechtlich gänzlich zu beanstanden" waren. Der Gehalt von HCBD im Muskelfleisch von Fischen einer Messstelle lag 2020 bei 21 Mikrogramm pro Kilogramm, 2021 lag der Wert bei 270, 2022 bei 2600. "Die Verzehrwarnung kann daher nicht aufgehoben werden."

Grundwasser verbessert sich laufend

"Die Menschen im Görtschitztal waren lange genug vom HCB-Skandal belastet", sagte Schaar. Angesichts der Messwerte bei den Fischen gebe es keinen Anlass zur Beunruhigung. Die Belastung ist auf zwei Altlasten zurückzuführen –K20 und K5. Erstere sei nach dem HCB-Skandal erfolgreich abgedichtet worden. Die zweite, die direkt auf dem Gelände der Donau Chemie liegt, werde seither intensiver gereinigt, eine Sanierung werde aber noch Jahrzehnte dauern. Konkret wird dabei mit Brunnen Wasser aus dem kontaminierten Boden gezogen, dieses gefiltert und zurückgelassen. Aus den Messungen geht hervor, dass nur die Fische unterhalb der Deponie belastet sind, nicht jene aus dem oberen Flusslauf.

Das Monitoring zeige, dass sich die Werte von Grund- und Flusswasser laufend verbessern. "Die Fische haben wenig Aussagekraft", sagte Günther Weichlinger, Leiter der Umweltabteilung. Gunther Vogl, Laborleiter der Lebensmitteluntersuchungsanstalt, erklärte, die Werte in den Fische schwankten extrem, daher seien sie für ein Monitoring der Sanierungsmaßnahmen nicht geeignet. Durchschnittlich untersuche man pro Messung fünf Fische, mehr könne man auch aus Rücksicht auf die schwachen Fischbestände nicht entnehmen. Auch er erklärte: "Der Schluss, dass die Werte in der Umwelt gestiegen sind, ist nicht legitim." Eine rasche Besserung bei der Belastung von Fischen sei nicht in Sicht.

Oppositionspolitiker Gerhard Köfer (Team Kärnten) hatte Schaar dafür kritisiert, dass der Bericht über die erhöhten Werte nicht veröffentlicht worden war. Er kündigte eine Anfrage im Landtag an. Die Landesrätin erklärte, es sei wegen eines Hackerangriffs momentan nicht möglich gewesen, den Bericht auf die Website der Landesregierung zu stellen. (APA)

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