Innsbruck

Symposium in Innsbruck: Zwei Jahrzehnte kreativer Wildwuchs

Im Juni organisierten Werner Richter und Gerlinde Richter-Lichtblau, hier mit der Akrobatenfamilie Benelo, wieder Kunstaktionen in Frankreich.
© Richter

Das Tiroler Kunstkollektiv Wildwuchs bittet zum großen Symposium nach Innsbruck – mit internationalen Gästen, Kunstprozession und Musik.

Innsbruck, Kufstein – Vor 20 Jahren hat das Tiroler Künstlerpaar Werner Richter und Gerlinde Richter-Lichtblau das offene Kunstkollektiv „Wildwuchs“ gegründet. In den kommenden Tagen, von Mittwoch bis Sonntag, begeht das Kollektiv dieses Jubiläum mit einem großen Kunstsymposium samt Ausstellung im Innsbrucker Haus der Begegnung. Das Motto entspricht dem Jahresthema der „Wildwuchs Company“: „Wunden & Wunder“.

Ob Symposien an landschaftlich besonderen bzw.bedrohten Orten oder in jüngster Zeit vor allem der internationale Austausch mit Künstlern diverser Sparten: Für das Künstlerehepaar – dessen Bandbreite von Malerei über Land-Art und Fotografie bis hin zu Performances und Installationen reicht – ging und geht es stets darum, „künstlerisch-sozial-ökologische Prozesse“ auszulösen und Bewusstsein für aktuelle gesellschaftliche Problemlagen zu schaffen. Dazu zählt etwa auch die interaktive Arbeit mit alten Menschen, Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Behinderung oder MigrantInnen.

Zuletzt waren Werner Richter und Gerlinde Richter-Lichtblau, auch bedingt durch familiäre Verbindungen, wiederholt im Südwesten Frankreichs tätig. So organisierten sie im Juni zum zweiten Mal ein Kunstsymposium in Mas d’Azil, bekannt für seine spektakuläre, prähistorisch bedeutsame Höhle. Internationale KünstlerInnen arbeiteten vor Ort an Installationen, Performances und musikalischen Interventionen (Motto auch hier: „Blessures et Miracles“), Komponist Luc Finella entwickelte für das Symposium ein eigenes Werk.

Für Aufsehen sorgte dort z. B. auch Stephan Pirker mit seinen Skikunstflug- und Druck-Aktionen (r. u.). Diese Woche lädt die „Wildwuchs Company“ nun nach Innsbruck ein.
© Richter

Ein Film, der die jüngsten Aktivitäten in Frankreich einfängt, ist nun im Haus der Begegnung zu sehen. Generell wartet in Innsbruck ein dichtes Programm: Schon von Mittwoch bis Freitag werden die Künstler beim Aufbau der Ausstellung vor Ort sein. Am Samstag, den 23. Juli, geht es dann Schlag auf Schlag: Um 16 Uhr führt eine – garantiert unübersehbare – Kunstprozession vom Haus der Begegnung zum Waltherpark und retour. Die Künstlertruppe Wildwuchs und Die Sternreißer freuen sich über weitere Begleiter und Akteure. Um 18 Uhr folgt eine Führung durch die Ausstellung, ehe der kunstaffine Bischof Hermann Glettler um 19 Uhr die Schau eröffnen wird. Vertreten sind bekannte Tiroler Kunstschaffende wie Anton Christian, Ursula Beiler, Ina Hsu mit ihrer Künstlergruppe „MatS“, Stephan Pirker oder auch Teile jenes Künstlerteams, mit dem das Ehepaar Richter die „Galerie dia:log“ in Kufstein betreibt und dort vielfältige Impulse setzt.

Hinzu kommen diesmal Werke von französischen Künstlern, namentlich Stephane Beau, Luc Finella, Andrea Furlan und Pascale Lumet.

Das Rahmenprogramm am Samstag bestreiten Tiroler Musikgrößen wie Siggi Haider, Jochen Hampl und dessen beatboxender Sohn Samuel Plieger, Performancekünstler Tom Zabel, Die Sternreißer mit Vanita Kraml und Nikolaus Resler sowie Laurin Richter mit einem theatralischen Performancestück.

Am Sonntag ist die Ausstellung von 16 bis 18 Uhr geöffnet (Ausklang mit den Künstlern vor Ort), besuchen kann man die Schau dann auch noch vom 24. bis 29. Juli, jeweils von 8 bis 18 Uhr. (md)

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