Bezirk Reutte

Lange Pause droht: Das Bundesmusikfest gibt keinen Ton von sich

Werden Fahnenträger auch nächstes Jahr (wie beim Bundesmusikfest in Reutte) ihre großen Auftritte haben? Eine Kapelle wird gesucht.
© Mittermayr

Der größten Tiroler Blasmusikveranstaltung droht eine längere Pause. Kapellen als Ausrichter sind angesichts wirtschaftlicher Unwägbarkeiten verunsichert.

Von Helmut Mittermayr

Reutte – „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Der Ausspruch des ehemals deutschen Fußballbundestrainers Sepp Herberger könnte auch für Kapellen gelten. Muss es aber nicht, wie der aktuelle Fall der größten Tiroler Blasmusikveranstaltung zeigt. 71-mal wurde das Außerferner Bundesmusikfest schon durchgeführt. Unterbrechungen gab es wenige, zuletzt zwei Jahre durch Corona. Nun droht wieder eine längere Pause.

Vergangenes Wochenende hat Reutte ein fulminantes „Nach-Corona“-Fest mit Tausenden Teilnehmern und Besuchern über die Bühne gebracht. Vom Schwung etwas mitnehmen will derzeit aber niemand. Das Postfach von Horst Pürstl, dem langjährigen Obmann des Außerferner Musikbundes AMB, ist leer. Keine E-Mail, kein Posting, kein Anruf, kein Zuruf. Niemand will das kommende Bundesmusikfest übernehmen. Auch für 2024 hat sich noch keine Kapelle gemeldet. Ein Novum. Das Fest ist neben all der Arbeit nämlich immer auch eine prächtige Visitenkarte und vor allem ein finanzieller „Schuss“, von dem die Ausrichterkapelle mehrere Jahre zehren kann.

Pürstl sieht die aktuellen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten als Hauptgrund für die Verunsicherung. „Corona, Ukraine – keine Kapelle kann sicher planen. Explodierende Kosten als große Unbekannte.“ Man dürfe nicht vergessen, dass bei einem Bundesmusikfest enorme Summen bewegt würden. Zudem betrage der Vorlauf ein Jahr. Niemand habe als Kostendämpfer die Wirtschaftskammer mit im Boot, wie diesmal Reutte durch die Messe.

Der Obmann bleibt trotzdem Optimist. „Wir müssen halt redimensionieren, nicht immer noch größer werden, müssen nicht Drei- oder Viertagesevents ausrichten. Samstag und Sonntag täten auch reichen.“ Man könne Partner wie die Feuerwehr suchen und Nassleistungs- wie Marschmusikbewerbe gemeinsam angehen. Mittelgroße Locations wie das Zelt in Weißenbach oder die Hahnenkammhalle in Höfen würden genügen. Im Herbst werde ein neuer Anlauf unternommen, um doch einen Ausrichter für 2023 zu finden.

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