Bezirk Lienz

Vom Zankapfel zum Juwel: Nationalpark Hohe Tauern feiert 30 Jahre

Ewiges Faszinosum Wasser: Bäche gibt es im Nationalpark Hohe Tauern im Überfluss. Der Haslach-Wasserfall im Kalsertal zieht auf fast schon magische Weise Betrachter in seinen Bann.
© Oblasser

Als der Nationalpark Hohe Tauern 1992 in Tirol beschlossen wurde, gab es Skepsis, heute überwiegt der Stolz. Gefeiert wird mit einem Fotowettbewerb.

Von Catharina Oblasser

Matrei i. O. – Ein langer, oft steiniger Weg, der Beharrlichkeit gefordert und sich letztlich ausgezahlt hat: So kann man den Werdegang des Nationalparks Hohe Tauern in Tirol beschreiben. Das Schutzgebiet nahm seinen Anfang im Jahr 1971, als ein Grundsatzbeschluss gefasst wurde. Die Anteile in Salzburg und Kärnten wurden verwirklicht. 1992, also vor 30 Jahren, folgte Tirol – und brachte seinen Anteil, der zur Gänze in Osttirol liegt, ebenfalls in das größte Schutzgebiet Mitteleuropas ein.

Einer, der von Anfang an dabei war, ist Nationalparkdirektor Hermann Stotter. 1992 war er ein junger Absolvent der Universität für Bodenkultur und stand vor einer großen Aufgabe: nämlich Überzeugungsarbeit zu leisten. „Anfangs gab es großes Misstrauen gegenüber der Absicht, einen Nationalpark in Osttirol zu errichten“, erinnert sich der heute 61-Jährige. Stotter stammt aus dem bäuerlichen Milieu. Gerade deshalb fiel es ihm vielleicht nicht so schwer, bei den Grundbesitzern Vertrauen aufzubauen. „Man muss das Eigentum und die Haltung der Grundbesitzer respektieren, es ist eine langfristige Sache.“ Immerhin sind rund 700 Eigentümer und genauso viele Nutzungsberechtigte (z. B. Agrargemeinschaften) am Nationalpark beteiligt.

Heute sieht es ganz so aus, als hätte Hermann Stotter gute Arbeit geleistet. 30 Jahre nach der Gründung sind so gut wie keine kritischen Stimmen zum Schutzgebiet mehr zu hören. Waren in den späten 1980er-Jahren noch Kontroversen innerhalb von Familien ausgebrochen, so gilt heute: Die Akzeptanz ist da. Mehr noch, Wertschätzung und Stolz steigen innerhalb der Bevölkerung. Ebenso steigt der Bekanntheitsgrad des Parks außerhalb Osttirols.

Zehn der 33 Gemeinden im Bezirk Lienz sind Nationalparkgemeinden. Der Großglockner, Österreichs höchster Berg, liegt ebenfalls im Schutzgebiet. Gäste kommen, weil sie wegwollen vom Lärm und vom Massentourismus, von Inszenierungen und Hitze. Am Nationalpark schätzen sie Ruhe, die kühlere Höhenlage und das viele Wasser, das fast überall frei zugänglich ist, von der Isel bis zum Hochgebirgssee. Wenn man den Debatten zum Klimawandel lauscht, so dürfte der Nationalpark in Zukunft noch viel beliebter werden.

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Catharina Oblasser

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