Kino

„Supereroi“: Romantik kennt kein Zeitgefühl

Anna (Jasmine Trinca) kämpft in „Supereroi“ mit den ganz normalen Unwahrscheinlichkeiten der Liebe – und bewahrt sich dabei ihre positive Energie.
© Filmladen

In Paolo Genoveses Kino-Romanze „Supereroi“ retten zwei Liebeshelden allen Unwahrscheinlichkeiten zum Trotz ihre Beziehung.

Von Marian Wilhelm

Innsbruck – Cartoonistin Anna und Physiker Marco sind ein sympathisches Paar – und die Vorlage für die Superhelden in der „Supereroi“-Comic-Reihe, die Anna herausbringt. Ihre Superkraft ist das Überwinden innerer und äußerer Beziehungsprobleme. Damit muss das Paar auch im realen Leben über die Jahre größere und kleinere Partnerschafts-Missionen meistern. Rationalist Marco rechnet derweil die Wahrscheinlichkeiten der ganz normalen Unwahrscheinlichkeit Liebe aus. Zeit ist für ihn eine Illusion. Doch die gemeinsamen Jahre entfalten dann doch auch für ihn eine emotionale Wirkung. Gerade die Kontingenz der Lebens- und Liebesentscheidungen führt zu großen und kleinen Konsequenzen.

Fast wie in einem sehr langen Road Movie führt der Weg der beiden Liebenden in Paolo Genoveses „Supereroi – Una storia d’amore“ dabei zu pittoresken Urlaubsdestinationen wie Marrakesch, Kopenhagen und quer durch Italien von Rom über Mailand und Lucca bis zum Como-See. Der Film liefert die episodischen Bruchstücke einer Liebesgeschichte – unchronologisch durcheinandergewürfelt. Zuweilen kreuzen sich die Zeitebenen auch leicht. Etwa wenn das ältere Paar nach Jahren wieder am gleichen Urlaubsort ist wie zu Beginn und das junge Pärchen die Szene übernimmt. Dabei ist „Supereroi“ speziell zu Beginn auch durchaus gewollt etwas verwirrend. Nach einer Weile ergibt das Puzzle mit seiner herzlichen Symbolik dann aber Sinn.

Die beiden Darstellenden Jasmine Trinca und Alessandro Borghi tragen den Film mit viel positiver Energie, auch wenn man ihm den Physik-Nerd nicht immer abnimmt. Der inhärente Kitsch, der in jeder Romantik liegt, wird von Genovese nicht noch künstlich mit einer Extra-Portion Kitsch verstärkt. Nur die Musik — von „Sei Bellissima“ von Claudio Daiano bis zum Titellied von Ultimo – drückt ordentlich auf die Tube. In der Story bleibt so aber Luft für die melancholische und tragische Seite der Liebe. Auch wenn hier „nur“ die kleine Welt zweier Liebender gerettet werden soll: Das Abenteuer der beiden Liebes-Superhelden ist ebenso leichtfüßig wie emotional ehrlich.

Supereroi – Una storia d’amore. Ohne Altersangabe. Ab Freitag in den Kinos.

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