Gesellschaft

Öffentliches Stillen ist noch ein Tabu: Aufruf zu „Still-In“-Aktion am 8. August

Mütter, die in der Öffentlichkeit stillen, müssen mitunter mit schiefen Blicken und abfälligen Kommentaren rechnen.
© iStock

Am 8. August wird in ganz Österreich zu einem „Still-In“ aufgerufen. Damit wollen Mütter ein Zeichen setzen.

Von Rosa Karbon

Innsbruck – Stillen ist das Natürlichste der Welt. Diese Worte wiederholt Petra Welskop, Fachbereichsleiterin der Mutter-Eltern-Beratung des Landes Tirol, immer wieder. Trotzdem berichten frischgebackene Mütter oft von abschätzigen Blicken und trockenen Kommentaren.

Zwei von drei Frauen haben beim Stillen im öffentlichen Raum bereits negative Reaktionen erlebt, zeigt nun eine Umfrage von MAM Babyartikel. Mehr als jeder dritten Frauen ist das Füttern außerhalb der eigenen vier Wände sogar unangenehm. Dabei gibt der Großteil, genau genommen 74 Prozent der 1900 Teilnehmerinnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, an zu stillen.

„Für die menschliche Spezies gibt es keine bessere Ernährung“, betont Welskop die gesundheitlichen Vorteile. 95 Prozent geben die Gesundheit ihres Kindes in der Umfrage auch als Hauptmotiv für das Stillen an. „Die Inhaltsstoffe wie etwa Eiweiße, Fettsäuren, Vitamine, Antikörper und Immunglobuline sind optimal auf menschliche Säuglinge angepasst. Der Bedarf wird damit bestmöglich gedeckt“, erklärt Welskop.

Doch wie lange sollte man überhaupt stillen? Die WHO empfiehlt, sechs Monate ausschließlich zu stillen. Dann sollte mit Beikost begonnen und langsam abgestillt werden. „Das ist aber für jedes Mutter-Kind-Paar individuell, sie sollten eine glückliche Stillbeziehung haben.“

Für eine glückliche Beziehung sind jedoch auch äußere Faktoren wie die Akzeptanz stillender Frauen in der Öffentlichkeit ausschlaggebend. Um das Thema ein Stück weit zu enttabuisieren, ruft MAM im Rahmen der Weltstillwoche 2022 zum „Still-In“ auf.

Mamas, Stillgruppen, Babytreffs und Co. sind eingeladen, am 8. August ein Zeichen zu setzen, indem sie bewusst in der Öffentlichkeit ihr Baby füttern – egal ob mit Flasche oder Brust. Infos und Anmeldung unter weltstillwoche@himmelhoch.at.

Verwandte Themen