Verkehr

Blockabfertigung in Kufstein: Ab Montag in Bayern auch Abfahrverbote

Lkw-Fahrer, die in Bayern im Stau stecken, dürfen ab Montag nicht mehr auf die Landesstraßen abfahren.
© dpa/Reisner

Mit der Lkw-Blockabfertigung am Montag in Kufstein macht jetzt auch Bayerns Ministerpräsident Söder mit den Abfahrverboten von der Autobahn ernst.

Innsbruck, München – Noch 14 Mal wird Tirol im zweiten Halbjahr den aus Bayern kommenden Lkw-Verkehr an der Grenze Kufstein/Kiefersfelden dosieren. Für die Sommermonate erfolgt das letztmalig am Montag. Anfang Oktober werden die Blockabfertigungen wieder aufgenommen, am häufigsten werden die Lkw-Kolonnen im November auf 300 Fahrzeuge pro Stunde gedrosselt. Damit will das Land den Verkehrsfluss auf der Inntalautobahn aufrechterhalten.

Der bayerischen Politik sind die Blockabfertigungen hingegen ein Dorn im Auge. Tatsächlich kommt es oft zu Rückstaus auf der Autobahn. Um nicht auf der A8 oder A93 im Stau zu stehen, fuhren viele Lkw-Fahrer auf das niederrangige Straßennetz ab. In den Gemeinden führte das dann zu chaotischen Szenen und Lkw-Kolonnen. Deshalb sollen ab Montag die Abfahrverbote in Bayern gelten. Ministerpräsident Markus Söder von der regierenden CSU wird die Vorgangsweise heute erläutern und wie die Abfahrverbote kontrolliert werden.

„Tirol setzt ja bereits seit vielen Jahren auf unterschiedliche Lkw-Fahrverbote auf dem niederrangigen Straßennetz, um den Schwerverkehr auf den Autobahnen zu halten und um die Bevölkerung vor dem Ausweich- und Durchzugsverkehr zu schützen“, begrüßt Tirols Verkehrsreferentin und Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) die Initiative Söders. Seit 2019 wäre Tirol überdies gezwungen gewesen, auch entlang der beliebten Urlauberrouten Fahrverbote für durchreisende Pkw zu erlassen, um die Ortsdurchfahrten und Gemeindestraßen frei zu halten. „Die jetzt angekündigten Fahrverbote werden sicherlich die verkehrsgeplagte Bevölkerung im bayerischen Inntal entlasten. Genau wie unsere Dosierungen oder Fahrverbote sind auch die bayerischen Maßnahmen ein reines Notwehrinstrument.“

Für die Überlastung der Straßeninfrastruktur und die Belastung der Bevölkerung sowie Umwelt sind für Felipe nicht die jährlich 35 Dosierungen verantwortlich, sondern der weiterhin steigende Schwerverkehr am Brennerkorridor. „Hier gilt es gemeinsam anzusetzen und mit einer Korridormaut zwischen München und Verona die Lkw-Transporte marktwirtschaftlich gesteuert auf die Schiene zu verlagern.“ Dazu benötige Tirol allerdings die Unterstützung aus Brüssel, Rom und Berlin, „denn ein Fleckerlteppich an Notwehrmaßnahmen wird die Lkw-Lawine nicht aufhalten können“, betont Felipe abschließend. (pn)

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