Tirol

Diskussion um Grenzen im Tiroler Tourismus

Innsbruck – „Der Tourismus ist für Tirol wichtig, umso wichtiger ist es hier auch, eine Diskussion ohne Scheuklappen zu führen“, erklärt der Tourismussprecher der Grünen, Georg Kaltschmid. In den letzten Jahren habe sich die Stimmung gegenüber dem Tourismus gewandelt. „Tourismus mit der Brechstange, darauf haben die Tiroler*innen keine Lust mehr – zu sehr sind sie mit den negativen Auswüchsen dieser Art des Tourismus konfrontiert.“

Nach dem Nein der St. Leonharder zum Zusammenschluss des Pitz- und Ötztaler Gletschers haben Tourismusexperten einen breiten Dialog gefordert. Tirol-Werbung-Chefin Karin Seiler meinte, es gehe darum, Belastungen wie beispielsweise den Verkehr zurückzuschrauben, indem man die Zahl der Tagesgäste reduziere und sie zum Übernachten animiere.

„Es geht nicht nur um Skigebiete. Wir müssen uns generell der Frage stellen, wo es Sinn macht, die touristische Infrastruktur weiter auszubauen und auch in anderen Bereichen ganz klar über Begrenzungen und Stopps reden“, meint Kaltschmid, der in Walchsee ein Gasthaus betreibt.

Seit der Einführung der Verwaltungsgerichte kommt kein politischer Einfluss mehr zum Tragen.
Walter Tschon (Landesumweltanwalt)

Die Landesumweltanwaltschaft verweist darauf, dass dem Zurückziehen von Großprojekten Entscheidungen des Bundesverwaltungsgericht in Wien vorangegangen seien. „Sämtliche UVP-Projekte müssen bei allfälliger erstinstanzlicher Genehmigung durch die Landesregierungen mit einer Beschwerde des Landesumweltanwaltes oder NGO rechnen“, sagt Landesumweltanwalt Walter Tschon. Die Chance auf Genehmigung in der heutigen Zeit würden Richtung null gehen. „Das bedeutet, dass seit der Einführung der Verwaltungsgerichte im Jahr 2014 kein politischer Einfluss mehr zum Tragen kommt“, sagt Tschon.

Kaltschmid fordert die Entwicklung eines entsprechenden Raumordnungsprogrammes. Er sieht das als Aufgabe der nächsten Regierung. Im September wird gewählt. (TT)

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