Tirol

Bettina Siegele übernimmt Spitze der Tiroler Künstler:innenschaft

Bettina Siegele tritt die Nachfolge von Petra Poelzl an.
© Niedermayr

Die Tiroler Künstler:innenschaft hat eine neue Geschäftsleitung und Kuratorin.

Von Barbara Unterthurner

Innsbruck – Die Meldung, dass an der Spitze der Tiroler Künstler:innenschaft erneut ein Wechsel stattfindet, kam Anfang dieses Jahres einigermaßen überraschend. Nach Langzeit-Leiterin Ingeborg Erhart verabschiedet sich Noch-Geschäftsleitung Petra Poelzl nach zwei Jahren in Richtung Berlin. Ersatz für Poelzl gibt es seit gestern: Die Zammerin Bettina Siegele wird die neue Geschäftsleiterin und Kuratorin in den Bereichen Kunstpavillon und Neue Galerie. Sie hat sich gegen zwölf BewerberInnen durchgesetzt.

Ab 1. Oktober tritt Siegele ihre Stelle an und übernimmt damit gemeinsam mit dem langjährigen Künstlerhaus-Büchsenhausen-Geschäftsleiter und dortigen künstlerischen Programmleiter Andrei Siclodi die Agenden der Künstler:innenschaft. Im Auftrag des Vereinsvorstandes, der die Programmgestaltung mittels Open Call alljährlich mitbestimmt.

Um an dieser Stelle klar zu kommunizieren, erklärt Büchsenhausen-Chef Siclodi, suchte die Künstler:innenschaft deshalb dieses Mal auch nach einer „Kurator:in“, nicht wie einst bei Poelzl nach einer „künstlerischen Leitung“. „Um Missverständnissen vorzubeugen“, sagt Siclodi. Was auch Rückschlüsse auf Poelzls verfrühten Abgang zulässt.

Bettina Siegele kennt die Arbeitsabläufe in der Künstler:innenschaft: Die 30-Jährige startete als studentische Assistenz und arbeitete sich in insgesamt über drei Jahren zur Produzentin der Förderschiene „Kunst im öffentlichen Raum“ hoch – eine Förderschiene des Landes Tirol, die von der Künstler:innenschaft organisatorisch begleitet wird.

Die Architekturtheoretikerin und Kunsthistorikerin ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrende am Institut für Architekturtheorie in Innsbruck. In Tirol hat Siegele 2018 die Ausstellung „NOT“ der youngCaritas auf dem Landhausplatz und 2020 „The IARC Show“ in der jungen Talstation mitkuratiert. Momentan ist sie Mitglied des kuratorischen Teams der Architekturbiennale im rumänischen Timisoara.

Programm umsetzen wird Siegele ab 2023. Schon im Herbst wird sie gemeinsam mit dem Vorstand über die Auswahl der KünstlerInnen entscheiden. Bis 10. Juni konnten Interessierte Konzepte im Open Call für 2023 einreichen. Anfang August wird die letzte von Poelzl kuratierte Schau in der Neuen Galerie eröffnet. 2023 wird laut Siclodi mit einer Mitglieder-Ausstellung starten, die von der Südtirolerin Sabine Gamper kuratiert wird.

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