Bezirk Reutte

Sonderweg „Dauerveranstaltung“ auf Ehrenberg regt auf

Alle drei via „Dauerveranstaltung“ baugenehmigten Reuttener Bauwerke auf einen Blick: Hängebrücke Highline 179, Schrägaufzug Ehrenberg Liner und ein gerade im Bau befindlicher zweiter Schrägaufzug.
© Mittermayr

Bei der Staatsanwaltschaft ging eine Anonyme Anzeige wegen „Umgehung der Bauordnung“ ein. Flying Fox kommt auf Ehrenberg.

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Von Reutte aus sind ein großer Kran und gerodeter Wald gut auszumachen, wenn man Richtung Ehrenberg blickt. Ein Schrägaufzug auf den Schlosskopf samt kleiner Gastronomie entsteht dort im oberen Bereich des Burgenensembles. Und so manch einer, der das Werkeln am Schlossberg mitverfolgt, hat im Talboden selbst gerade Projekte in der Pipeline, die einen gehörigen Behördengang nach sich ziehen. Auf Ehrenberg scheint alles anders zu laufen, ärgert sich eine anonyme Gruppe, die nun eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck eingebracht hat. Denn die Highline 179, der Schrägaufzug Ehrenberg Liner und der gerade im Bau befindliche zweite Schrägaufzug sind als „Dauerveranstaltung“ bauverhandelt. Im anonymen Schreiben halten die „Außerferner Wirtschaftstreibenden“, wie sie sich nennen, fest, dass für einen Schrägaufzug samt mehrgeschoßigen Hochbauten selbstverständlich die Tiroler Bauordnung anzuwenden gewesen wäre. In der Anzeige wird vermutet, dass die eingeschlagene Vorgangsweise von Alt-BM Alois Oberer und nun BM Günter Salchner wider besseres Wissen gewählt worden sei. Sollte sich die Gruppe, „die ein Lied davon singen könne, was Bewilligungen für Bauverfahren bedeuten, wider Erwarten täuschen, dann will sie Gleichbehandlung und stehe in den Startlöchern für vielfältige Veranstaltungen“.

Marktchef Günther Salchner entgegnet, dass selbstverständlich alles genau geprüft worden sei, aber sowohl Hängebrücke wie Schrägaufzug in der Bauordnung nicht abgebildet seien. Deshalb sei nichts übrig geblieben, als die Anlagen „selbstverständlich völlig legal als Dauerveranstaltungen zu genehmigen“. Wie so viele in Tirol. Sollte sich die Staatsanwaltschaft melden, werde man gerne kooperieren. „Der Gastrobereich am Schlosskopf wird hingegen nicht als Dauerveranstaltung abgehandelt“, so BM Salchner weiter. Auch ein Flying Fox sei schon genehmigt, der vom Hornwerk Richtung Bogenschießplatz laufen wird. Laut Salchner gilt es die richtige Balance zu finden: „Die Erhaltung des historischen Erbes steht über allem privaten Tun dort oben.“

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