Theatergruppe Vorderes Ötztal: Es bleibt mehr als das Erzählte
„Du tust mir weh“ heißt das neueste Stück der Theatergruppe Vorderes Ötztal.
Umhausen – Es sind selten die heiteren Theaterabende, welche einen längere Zeit begleiten bzw. befassen. Der Inhalt der aktuellen Produktion „Du tust mir weh“ der Theatergruppe Vorderes Ötztal hält einen dazu an, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Geht es doch in dem von Spielleiter Lukas Leiter und Tamara Hechenberger verfassten Stück um die Erkrankung Demenz.
Früher oder später trifft sie jeden von uns, ob ganz persönlich oder als familiär Betroffener. Zur Vertiefung der Thematik verbrachte Lukas Leiter einige Zeit im Sozialzentrum Münster.
Die dort gemachten Erfahrungen flossen in das Stück ein. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, deren partielle Erinnerungen an ihr Leben wie ein Puzzle Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. Besondere Aspekte sind das Sich-selbst-Verlieren und das Der-Familie-Entgleiten. Großartig, welche Lösung Lukas Leiter und Tamara Hechenberger für die Rekapitulation der Lebensereignisse gefunden haben. Im Dialog mit einer von Hechenberger bedienten Handpuppe artikuliert die Demenzkranke (Margit Partl) ihr Leben. Einbezogen ist ihre engere Familie, verkörpert von Sabrina Cassar, Manfred Auderer und Bernhard Gstrein, die unter den Veränderungen ihrer Mutter nicht weniger leidet.
Das Ergebnis ist eine Reflexion über das, womit man nicht fertig wird, und zugleich ein flammendes Plädoyer für die Tragfähigkeit einer Familie. Berührend gelingt es den Akteuren, die so umfangreichen Facetten von Demenz darzustellen und die Zuseher für die Thematik zu sensibilisieren.
Weitere Vorstellungen: 29. und 30. Juli um 20.20 Uhr. Unter www.theatergruppe-vorderesötztal.at gibt es weitere Infos und es kann auch reserviert werden. (hau)