Landtagswahl 2022

Blaue und pinke Rüge für Platter, MFG kürte Spitzenkandidatin

Markus Abwerzger und Dominik Oberhofer nehmen Platter in die Pflicht: „Ist er noch Landeshauptmann?“
© Rudy De Moor

Im anlaufenden Landtagswahlkampf üben indessen FPÖ und NEOS heftige Kritik an Landeshauptmann Günther Platter (VP). Die impfkritische MFG schickt in Tirol die Juristin Elfriede Hörtnagl-Zofall ins Rennen.

Innsbruck – Die impfkritische MFG wird heute am Achensee ihre Ziele für die Landtagswahl am 25. September präsentieren. Die SpitzenkandidatInnen für die Landtagswahl wurden bereits gekürt. Die Juristin Elfriede Hörtnagl-Zofall aus Kematen soll die Partei in die Wahl führen, Landessprecher Bernhard Schmidt kandidiert auf den zweiten Listenplatz und dahinter der Imster Gemeinderat Markus Huter.

Im anlaufenden Landtagswahlkampf üben indessen FPÖ und NEOS heftige Kritik an Landeshauptmann Günther Platter (VP). Nach wie vor sei er der Regierungschef, aber als solcher trete er nicht mehr in Erscheinung und schicke stattdessen stets Wirtschaftslandesrat sowie ÖVP-Landeshauptmannkandidat Toni Mattle vor, kritisieren FPÖ-Obmann Markus Abwerzger und NEOS-Landessprecher Dominik Oberhofer.

Wir müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Es braucht jetzt einen starken Landeshauptmann mit klarem Plan.
Dominik Oberhofer/NEOS (Landessprecher)

Um Platter sei es seit der Ankündigung im Juni, nicht mehr zu kandidieren, sehr ruhig geworden. „Der letzten Landtagssitzung blieb er weitgehend fern und statt das von der Katastrophe betroffene Stubaital zu besuchen, schickt er seinen wahlkämpfenden Wirtschaftslandesrat!“, stellt Oberhofer fest. Viel wesentlicher als ein abwesender Landeshauptmann, sei aber die aktuelle Energiekrise: „Während ganz Europa nach Lösungsvorschlägen sucht, wartet man in Tirol wieder zu, verlässt sich gänzlich auf den Bund und begeht damit die gleichen Fehler wie bei der Corona-Krise. Wir müssen jetzt aktiv handeln und Vorbereitungen treffen, damit im Winter nicht die Öfen kalt bleiben! Die Verantwortung, Tirol bestmöglich durch die anstehenden schwierigen Monate zu manövrieren, liegt nach wie vor bei Landeshauptmann Platter.“

Für Oberhofer muss Tirol auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. „Es braucht jetzt einen starken Landeshauptmann mit einem klaren Plan. Das ist Günther Platter der Wirtschaft, aber vor allem den TirolerInnen schuldig.“ Die Landespolitik habe diesen Fahrplan klar zu kommunizieren.

Obwohl Platter noch Landeshauptmann ist, vermittelt die ÖVP, dass bereits Toni Mattle die Amtsgeschäfte führt.
Markus Abwerzger/FPÖ (Landesparteiobmann)

FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger empört sich über das doppelte Spiel der ÖVP. „Was macht das für einen Sinn, wenn Platter nach wie vor Landeshauptmann ist, aber stets Mattle den Vortritt lässt? Schließlich hat der Landeshauptmann erklärt, noch bis zur Übergabe an eine neue Regierung nach der Landtagswahl voll zu arbeiten.“ Der blaue Spitzenkandidat spricht hierbei von einem schwarzen Wahlkampfschmäh, „Platter hätte gleich zurücktreten sollen.“ So sei er der Landeshauptmann, aber es werde zugleich vermittelt, dass bereits Toni Mattle die Amtsgeschäfte führe.

Schwarz-Grün sei am Ende und Platter dafür hauptverantwortlich, betont Abwerzger weiter. „Jetzt benötigt es dringend Antworten auf drängende Fragen, aber keine Wahltaktik.“ (pn)