Tirol

Platter und Felipe: Die scheidenden Regierenden

Ingrid Felipe und Günther Platter bilden seit 2013 ein Duo an der Spitze der Landesregierung. Bei der Landtagswahl treten sie nicht mehr an.
© Böhm

Innsbruck – Trotz schlechter Werte zu Jahresbeginn mit nur noch 32 Prozent in der TT-Umfrage schien in der Tiroler ÖVP alles auf Schiene zu sein: Vorgezogene Landtagswahlen im Herbst wurden als Spekulation ohne Grundlage belächelt, dass Landeshauptmann Günther Platter vorzeitig an Wirtschaftslandesrat Toni Mattle übergeben könnte, lächelnd abgetan. Dennoch gab es parteiinterne Debatten, schließlich forderten maßgebliche Funktionäre wie Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser eine personelle Erneuerung in der ÖVP.

Um Walser ist es indessen still geworden, Mattle ist ÖVP-Landeshauptmannkandidat, Günther Platter tritt nach 14 Jahren als Landeshauptmann ab und die Landtagswahlen finden am 25. September statt. So ist eben die Politik, über Nacht kann plötzlich alles anders sein.

Schon im März verkündete Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe von den Grünen ihren Abschied nach der Wahl. Auch sie blieb im Amt, um Stabilität zu gewähren. In Folge der Nominierung des neuen grünen Spitzenduos mit Klubchef Gebi Mair und der stellvertretenden Landessprecherin Petra Wohlfahrtstätter rumorte es allerdings hinter den Kulissen in der ÖVP. Wie das wohl werden würde mit einem schon wahlkämpfenden Gebi Mair und einer nach wie vor in der Regierung sitzenden Ingrid Felipe, unkten hochrangige ÖVP-Mitglieder.

Seit 13. Juni führen die scheidenden Regierungsspitzen Platter und Felipe die Regierung, der neue ÖVP-Chef und Spitzenkandidat Toni Mattle sowie Gebi Mair sind bereits voll im Wahlkampf. Nicht mehr mit dabei werden auch Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) und Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) sein. Instabile Regierungsverhältnisse? Natürlich kein Thema. Die Grünen hätten lieber bis zum regulären Wahltermin im März 2023 durchregiert, doch die ÖVP zog die Reißleine. (pn)