Konzert

Ambraser Schlosskonzert: Die unbändige Lust auf mehr

Spielbestimmende Akteure eines beglückenden Konzertabends: Sopranistin Rachel Redmond und Geiger Vadym Makarenko (ganz rechts).
© Felix Pirker

Sopranistin Rachel Redmond und „Le Caravansérail“ beim 3. Ambraser Schlosskonzert.

Innsbruck – Der konzertante Aufgalopp für die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik biegt in die Zielgerade. Am 5. August startet mit der Barockoper „Silla“ die 46. Auflage des sommerlichen Festivalreigens im Landestheater. Zuvor wird noch, wie vorgestern Dienstag beim 3. und vorletzten Ambraser Schlosskonzert, Lust auf Alte Musik gemacht. Auf der Bühne steht zu diesem Zwecke diesmal ein französisch-britisches Aufgebot: das Ensemble Le Caravansérail unter seinem Chef und Cembalisten Bertrand Cuiller sowie die aus Glasgow gebürtige Sopranistin Rachel Redmond.

Der Abend gestaltet sich wie so oft im schwül-heißen Klima des Spanischen Saals: Historische Instrumente lassen sich schwer stimmen, von draußen dringen aufgeregt Pfeifrufe herein – und, mit Abstand am erfreulichsten: Es erklingt meisterhafte Musik, die uns ZuhörerInnen zurückflasht in höfische Zeit, leidenschaftlich und fragil, voll Herzschmerz und sich aufbäumender Hoffnung, mitunter ausgelassen und durchaus tanzbar.

Barocke Kompositionen italienischer und französischer Provenienz, mithin das Beste aus zwei Welten, liegen auf den Pulten. Ob und inwieweit die Herren Jean-Philippe Rameau und Domenico Scarlatti beim Notenschreiben einander beeinflusst haben mögen, ist eine vorzügliche Frage für Musikhistoriker. Uns als einfacheres Volk zieht das Dargebotene jedenfalls in seinen Bann.

Mitreißend und lustvoll, als wäre es keine große Sache, meistert der erste Geiger Vadym Makarenko seine Soli. Betörend ausdrucksstark, mit viel Hingabe und treffsicher absolviert Miss Redmond ihren schwierigen Gesangspart.

Es menschelt sehr, auf beiden Seiten. Musiker suchen mitunter das passende Notenblatt, wir im Saal klatschen verfrüht drauflos in der irrigen Annahme, das Stück sei schon zu Ende. Dieses erfolgt dann unweigerlich, gerne hätte man mehr. (mark)

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