Soziale Medien

Star-Aufstand gegen Instagram: Nun reagierte der Chef der Plattform

Kim Kardashian (l.) und Kylie Jenner auf einem Archivfoto.
© Regina Wagner via www.imago-images.de

Die Bilder-Plattform Instagram sieht zunehmend aus wie ein TikTok-Klon, kritisieren viele Nutzer. Auch die zwei prominentesten Influencerinnen – Kylie Jenner und Kim Kardashian – machten ihrem Ärger Luft. Mittlerweile reagierte Instagram-Chef Adam Mosseri.

Menlo Park – Die Macher der Bilder-Plattform Instagram haben es wieder einmal geschafft, die Nutzer mit einem Update auf die Palme zu bringen. An sich ist es ja ein alter Hut, dass Änderungen der gewohnten Nutzeroberfläche zunächst Protest hervorrufen. Man denke nur an die Einführung des neuen Logos mit Farbverlauf statt Retro-Kamera-Symbol. Mit den neuesten Änderungen könnten die Instagram-Entwickler aber einen Schritt zu weit gegangen sein.

Seit Kurzem präsentiert sich die App nämlich nicht mehr als Foto-Plattform, sondern vielmehr als Sammelsurium unzusammenhängender Videos und Werbeeinschaltungen. Fotos bzw. Posts von Freunden findet man zwar auch hin und wieder im Newsfeed, aber eben nur hin und wieder. Die sogenannten „Reels“ (Anm.: so werden die Videos genannt) im Vollbildformat haben die Oberhand, Fotos scheinen in die Versenkung gedrängt zu werden, obwohl Instagram ja eigentlich genau dafür gemacht wurde. Der Äger vieler User ist dementsprechend groß.

„Hört auf zu versuchen, wie TikTok zu sein“

Auch die zwei wohl bekanntesten Nutzerinnen der Plattform haben ihrem Ärger Luft gemacht. „Macht Instagram wieder zu Instagram! Hört auf zu versuchen, wie TikTok zu sein“, postete Kylie Jenner (24) unlängst in ihrer Story. Ihre Schwester Kim Kardashian (41) teilte die Story mit ihren 326 Millionen Followern. Beide verlinkten zudem auf eine Petition mit dem Titel „Make Instagram Instagram again“. Zu behaupten, dass die Amerikanerinnen eh nichts zu melden haben, wäre angesichts ihrer 687 Millionen Abonnenten schlichtweg falsch.

Das sieht auch Instagram-Chef Adam Mosseri so. Offensichtlich um die Wogen zu glätten, hat er sich in einem Video geäußert. Laut dem 39-Jährigen experimentiere die Plattform gerade mit Änderungen, die bildschirmfüllenden Fotos und Videos seien nur ein Test und auch noch nicht für alle Nutzern verfügbar. „Es ist noch nicht gut“, stellt Mosseri klar. Er betonte jedoch, dass man eine Veränderung im Nutzerverhalten sehe und Videos jetzt schon unglaublich beliebt seien bzw. immer beliebter werden – auch wenn man an der App überhaupt nichts ändern würde. Aber gerade weil sie so hoch im Kurs stehen, wolle man die Plattform in diese Richtung verbessern. Eine Art Entwarnung gibt es aber auch: Fotos sollen weiterhin ein wichtiger Bestandteil von Instagram bleiben.

Auch beim Thema der vielen vorgeschlagenen Videos/Werbeanzeigen versucht der Insta-Boss zu beschwichtigen. Ziel sei es nur, Nutzern und Influencern neue Dinge zu zeigen bzw. ihnen dabei zu helfen, kreativ zu sein. Der Algorithmus und das Ranking der Clips sei allerdings noch stark ausbaufähig.

In den Kommentaren unter dem Erklärvideo bedanken sich die User zwar für die Erläuterung, kontern aber auch mit Kritik: „Die Änderungen zerstören die App“, ist dort mehrmals zu lesen. Einer der größten Kritikpunkte von Nutzern: Videos werden nur deswegen immer beliebter, weil man seitens der Plattform zunehmend gezwungen wird, welche zu posten. „Fotos haben 90 Prozent weniger Reichweite“, heißt es. Für Influencer, die mit ihren Posts Geld verdienen, ist das natürlich erheblich. Wie das Drama weitergeht, steht in den Sternen. Dass Instagram die Änderungen zurücknimmt, ist jedoch höchst unwahrscheinlich. (TT.com/reh)

Facebook-Konzern Meta mit erstem Umsatzrückgang

Der Facebook-Konzern Meta hat seinen ersten Umsatzrückgang vermeldet und macht dafür Konjunkturängste verantwortlich. Auch für die nächsten Monate rechnet Meta nicht mit einer Besserung. Die Entwicklung kommt dem Ende einer Ära gleich: Seit dem Börsengang 2012 ging es nur rasant aufwärts. Gründer und Konzernchef Mark Zuckerberg sagte, das Unternehmen wolle sich auf eine langfristige Sicht fokussieren.

Der Meta-Umsatz sank im zweiten Quartal im Jahresvergleich um rund ein Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar. Unterm Strich schrumpfte der Gewinn um 27 Prozent auf knapp 6,7 Milliarden Dollar (6,62 Mrd. Euro). Top-Managerin Sheryl Sandberg verwies auch auf den starken Dollar, der zu einer ungünstigen Umrechnung von Auslandseinnahmen in der Bilanz führte. Ohne den Anstieg des Dollar-Kurses hätte es ein Umsatzplus von drei Prozent gegeben, betonte sie in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Die Umsatzprognose für das laufende Vierteljahr fiel mit einer Spanne von 26 bis 28,5 Milliarden Dollar niedriger als von Analysten erwartet aus. Finanzchef Dave Wehner verwies zur Begründung auf eine schon im zweiten Quartal spürbare Abschwächung des Online-Werbemarktes angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit.