Thiem schied im Kitz-Viertelfinale aus, Partie von Misolic auf Freitag verschoben
In einem engen Duell setzte sich am Schluss der Deutsche Yannick Hanfmann durch. Dieser trifft nun in der nächsten Runde am Freitag auf Misolic oder Lajovic. Das Viertelfinal-Duell zwischen Filip Misolic und Dusan Lajovic musste aufgrund des anhaltenden Regens verschoben werden.
Kitzbühel – Dominic Thiem hat am Donnerstag in Kitzbühel das erhoffte zweite Halbfinale auf der ATP-Tour in Folge verpasst. Der 28-jährige Niederösterreicher musste sich beim mit 597.900 Euro dotierten Generali Open dem Deutschen Yannick Hanfmann nach 2:29 Stunden mit 4:6,6:3,4:6 geschlagen geben. Der Kitz-Sieger von 2019 konnte damit seine an sich gute Auslosung nicht nutzen.
„Die Regenpause war sicher ein bisserl zu einem schlechten Zeitpunkt aber, das war für beide gleich. Im Endeffekt war es einfach so, dass mein Spiel auch von Tag zu Tag ein bisserl passiver, schwächer geworden ist", analysierte Thiem. „Es ist mir nicht ganz gelungen, dass ich die Handbremse löse. Es ist richtig bitter, das Match zu verlieren."
Wegen Regen: Viertelfinale mit Misolic erst am Freitag
Dennoch sei es auch normal. „Es waren für meine Verhältnisse viele Matches in den letzten Wochen, da ist das Spiel ein bisserl schwächer geworden." Nun will er vor dem US-Trip eine gute Trainingsphase einlegen. Sein Turnierplan lautet nun Cincinnati, Winston-Salem, US Open – die Canadian Open in Montreal spielt er nun definitiv nicht.
"Höhenspezialist" Hanfmann stand in Gstaad (2017) und hier in Kitzbühel (2020) jeweils schon im Endspiel. Der Deutsche ist nun am Freitag (2. Match nach 13.00 Uhr/live ServusTV) Gegner entweder des jungen Österreichers Filip Misolic oder des Serben Dusan Lajovic. Dieses letzte Viertelfinale konnte dann nicht mehr gespielt werden, weil der Regen zurückkam und blieb. Neuer Termin: Freitag, 11 Uhr.
Im Duell regierte zunächst der Aufschlag beider Spieler. Thiem vergab dann aber bei 3:2 gleich drei Breakbälle und musste dann postwendend gleich sein Service bei der ersten Chance des Deutschen hergeben. Diesen Vorsprung ließ sich der Karlsruher nicht mehr nehmen, er servierte nach 45 Minuten mit 6:4 aus.
Dramatisches Finish im 3. Satz
Im zweiten Satz gelang dem Lichtenwörther aber ein besserer Start und ein schnelles Break zum 2:0. Drei Chancen auf das Doppelbreak zum 4:0 lässt Thiem dann zwar aus, dennoch schaffte er nach 84 Minuten mit der zweiten Möglichkeit den Satzausgleich zum 6:3.
Satz drei verlief im Finish dramatisch. Bei 3:4 wehrte Thiem zwei Breakbälle ab, Thiem schaffte das 4:4 und hatte dann bei 15:40 selbst zwei Breakbälle. Einsetzender Regen sorgte für erste Diskussionen, noch wurde weitergespielt und Hanfmann rettete seine Aufschlag-Game zum 5:4. Dann musste aber doch für 45 Minuten unterbrochen werden.
Die Pause tat Thiem, der als Aufschläger sofort wieder da sein musste, nicht gut. Er begann mit einem Doppelfehler, konnte bei 15:40 noch zwei Matchbälle abwehren, beim dritten setzte sich aber Hanfmann durch.
Bereits zuvor hatten Albert Ramos-Vinolas und Roberto Bautista Agut das erste, rein spanische Halbfinale fixiert. (APA)
Thiem erhält für die US Open eine Wildcard
Der Sieger von 2019 verlässt Kitzbühel mit gesenktem Haupt. Dominic Thiem verlor am Donnerstagabend das Viertelfinale gegen den Deutschen Yannick Hanfmann und war darüber wohl am meisten enttäuscht. Das volle Stadion, das Adrenalin und sein Siegeswille konnten ihn diesmal in einem neuerlich engen Match nicht retten. Ein kleiner Trost ist vielleicht eine Wildcard, die man ihm bei den US Open reserviert hat.
„Im Endeffekt war die ganze Partie nicht gut genug und er hat es verdient gewonnen", gestand Thiem, der vor drei Jahren hier seinen ersten ATP-Titel in Österreich geholt hatte. „Ich habe in Baastad, Gstaad und auch diese Woche viele Partien über den Fight gewonnen, viele sind in meine Richtung gelaufen, jetzt ist es die erste, die ich verloren habe", erklärte der US-Open-Sieger 2020. „Das tut sehr, sehr weh, speziell weil es vor heimischen Publikum ist." Doch von seinem Spiel her sei er einfach nicht locker genug gewesen. Und irgendwann reiche es dann nicht mehr.
Sein Programm steht jetzt fest: Cincinnati, Winston-Salem (Wildcard) und die US Open und auch beim Grand-Slam-Turnier erhält er als Sieger von 2020 eine Wildcard. „Es ist Wahnsinn für mich, dass ich das ,protected' (ranking) für ein anderes Turnier verwenden kann." Das Masters-1000-Turnier in Montreal lässt er aus.
„Ich werde noch einmal einen guten Trainingsblock setzen, den ich jetzt auch brauche." Und dann will er mit noch besserer Form zurückkehren, auch an die Stätte seines bisher größten Triumphes in Flushing Meadows.