Think Tank Agenda Austria: „Preisdeckel sind der falsche Weg"
Wien – Die Bundesregierung hat gestern eine „Strompreisbremse“ angekündigt. Diese soll auf dem Rechnungsdeckel von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr basieren und die Stromrechnungen der heimischen Haushalte deckeln, sofern der Verbrauch eine bestimmte Menge nicht übersteigt. Für den wirtschaftsliberalen Think Tank Agenda Austria ist das der falsche Weg.
Ein neues Anti-Teuerungswerkzeug, das noch dazu alle Bürger im Blick hat, brauche es angesichts des 4,7 Mrd. Euro schweren Antiteuerungspakets derzeit nicht. Für die unteren Einkommen (einkommensschwächste 15 %) übersteigt die Entlastung derzeit den Anstieg der Konsumausgaben durch die Inflation. Zudem kritisiert die Agenda den bürokratischen Aufwand, den eine solche Strompreisbremse mit sich bringen könnte.
Ein weiteres Argument dagegen: Wenn die Politik den Preisen ein Limit setze, gingen die knappen Güter dorthin, wo die höchste Zahlungsbereitschaft besteht – also in Länder ohne Begrenzungen. Das heißt: Ein Deckel führt zwar zu sinkenden Preisen. Allerdings gebe es weniger Anbieter, die das Produkt tatsächlich verkaufen. Der Deckel mache also aus einem Preisdruck ein Versorgungsproblem.
Die Agenda Austria empfiehlt in ihrer Aussendung, sich bei den Hilfszahlungen ausschließlich auf die wirklich Bedürftigen zu konzentrieren, statt mit der Förder-Gießkanne durch das Land zu spazieren. (TT)