Nach Biden-Telefonat: Moskau stellt sich in Taiwan-Frage an die Seite Chinas
US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping telefonierten am Donnerstag lange miteinander. Es ging dabei auch um den Status von Taiwan. Am Freitag stellte sich Russland, das gerade einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, an die Seite Chinas. Die "territoriale Integrität" Chinas dürfe nicht in Frage gestellt werden, so der Kreml.
Moskau, Peking, Washington – Im Konflikt zwischen den USA und China in der Taiwan-Frage hat sich Moskau an die Seite Pekings gestellt. "Natürlich sind wir solidarisch", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit Blick auf China am Freitag vor Journalisten. Chinas Präsident Xi Jinping hatte US-Präsident Joe Biden laut chinesischen Staatsmedien am Donnerstag bei einem längeren Videotelefonat gewarnt, bei Taiwan nicht "mit dem Feuer" zu spielen.
"Wir respektieren Chinas Souveränität und territoriale Integrität und glauben, dass kein Land der Welt das Recht haben sollte, dies in Frage zu stellen", erklärte Kreml-Sprecher Peskow und warnte vor Schritten, die die Situation anheizen könnten. Das könne nur zu zusätzlichen Spannungen auf der internationalen Ebene führen.
Grund für die jüngsten Spannungen mit den USA ist ein möglicher Taiwan-Besuch der Demokratin Nancy Pelosi: Als Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses hat Pelosi eines der höchsten Ämter der USA inne. Peking betrachtet einen solchen Besuch als Provokation.
China hat auch nach der russischen Militäroffensive in der Ukraine freundschaftliche Beziehungen zu Russland aufrechterhalten – anders als die westlichen Staaten. Das Vorgehen Russlands in der Ukraine hat Befürchtungen verstärkt, dass China seine Drohungen auf ähnliche Weise wahrmachen und den kleineren und militärisch unterlegenen Nachbarn Taiwan besetzen könnte. (APA, AFP)