Südtiroler Siedlung in Zams übergeben, Kritik bleibt
Zams – Proteste, Unterschriftenlisten und ein politisches Hickhack – ein Wohnprojekt der Neuen Heimat Tirol in Zams sorgte vergangenes Jahr für Kontroversen. Das vierte Geschoß polarisierte, den Anrainern war der Bau zu hoch. Sie gingen bis zum zuständigen Landesrat Toni Mattle, um es zu verhindern, da stand bereits der Rohbau. Gelungen ist das letztlich nicht.
Gestern wurde der neue Block mit 38 Wohnungen nun an die neuen Bewohner übergeben. NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner erinnerte an die Diskussionen. Die befürchtete Massivität sei nicht eingetreten – „obwohl er viergeschoßig ist, strahlt er eine angenehme Atmosphäre aus“, so sein Urteil gestern. Den Nachbarn sei man beim Bau entgegengekommen – zuletzt habe man sogar auf eigene Kosten die Straße neu asphaltiert, erklärte der NHT-Chef. Den obersten Stock nicht zu bauen, als der restliche Rohbau bereits gestanden ist, wäre unmöglich gewesen, sagte er.
Scharfer Kritiker des Bauwerks war letztes Jahr Benedikt Lentsch, der damals aber noch nicht im Bürgermeistersessel bzw. im Gemeinderat saß. Gestern gab es Lob für die NHT: „Wir haben die Aufgabe, leistbaren Wohnraum zu schaffen. Die Neue Heimat ist ein starker Partner für die Gemeinden in ganz Tirol.“
Seine grundsätzliche Kritik an der Gebäudehöhe bleibt. „Dieses Projekt konnte man nicht mehr redimensionieren.“ Künftige Wohnprojekte sollen mit „Augenmaß und Weitblick“ entwickelt werden. Dreigeschoßige Bauten – Erdgeschoß und zwei Stockwerke – seien in Zukunft „das Maximum bei Wohnblöcken“, versprach er.
Für die Neue Heimat war die Übergabe der Wohnungen aus einem anderen Anlass ein besonderer Moment. Mit dem siebten Bauabschnitt konnte der Neubau der alten Zammer Südtiroler Siedlung abgeschlossen werden. „Neben Kitzbühel war Zams die erste, wo wir damit gestartet sind“, so Gschwentner.
Rund 40 Mio. Euro investierte der gemeinnützige Wohnbauträger seit 2006 in die Modernisierung, die für die Bewohner mit vielen Emotionen verbunden war, wie er betonte. 121 Wohnungen wurden abgerissen – 168 neu gebaut. Die Einheiten sind nicht nur am neuensten Stand der Technik, sondern auch größer geworden. Aus 7200 Quadratmetern wurden 11.760 m2 Gesamtwohnfläche. (mr)