Tirol-Wahl 2022

FP will in Tirol regieren: Mit oder gegen die Volkspartei

FPÖ-Parteichef Markus Abwerzger (l.) präsentierte gestern seine Landtagskandidaten. Urgestein Rudi Federspiel (5. v. l.) ist auch wieder dabei.
© FPÖ

FPÖ-Parteichef Abwerzger strebt bei der Wahl ein sechstes Mandat an. Seine Partei bezeichnet er als regierungsfähig, der Kram-sacher Bürgermeister Gang ist neu im Team.

Innsbruck – FPÖ und SPÖ werden sich bei der Landtagswahl wohl um den zweiten Platz hinter der ÖVP duellieren. Beide Parteien wollen auch regieren, FPÖ-Parteiobmann Markus Abwerzger möchte vor allem an Mandaten und Stimmen zulegen. „Das sechste Mandat ist das erklärte Ziel.“ Zugleich geht er von großen Verlusten der ÖVP am 25. September aus und spekuliert deshalb auch mit einer Koalition gegen die ÖVP. „Alle Parteien müssen über den Tellerrand schauen, obwohl natürlich eine Zusammenarbeit von FPÖ und Grünen nur eine theoretische Variante ist.“

Die FPÖ Tirol sei jedenfalls regierungsfähig, eine Koalition mit der Volkspartei für Abwerzger ebenfalls vorstellbar. „Aber nur unter gewissen Rahmenbedingungen. Die ÖVP muss für eine Erneuerung bereit sein, mit schwarzer Korruption wollen wir nichts zu tun haben.“ Dass SPÖ-Vorsitzender Georg Dornauer auf eine Zweierkoalition mit der ÖVP baut, bezeichnet Abwerzger als entlarvend. „Da tut sich der Schorsch nichts Gutes.“

Inhaltlich orientiert sich der freiheitliche Spitzenkandidat an den traditionellen blauen Themen: gegen Teuerung, Lockdown, Impfpflicht, Massenmigration und für eine umfassende österreichische Neutralität.

Die freiheitliche Landesliste birgt keine Überraschungen, sollten sich sechs Mandate ausgehen, wird der Anteil der Frauen im Landtagsklub verdoppelt. Denn Bundesrat Christoph Steiner (Platz drei) ist wieder Kandidat für die Länderkammer, weil er dort als Fraktionssprecher der FPÖ fungiert. LA Evelyn Achhorner (Platz 4) und die gebürtige Südtirolerin Gudrun Kofler aus Silz (Platz 7) würden in das Landesparlament einziehen. Der Kramsacher Bürgermeister Andreas Gang (Platz fünf) soll die kommunalpolitische Kompetenz stärken. Hinter Gang rangiert LA Alexander Gamper auf Platz sechs und Landesparteisekretär Patrick Haslwanter ist die Nummer 2 auf der Landesliste.

Der impfkritischen MFG räumt Abwerzger kaum Chancen auf den Einzug in den Landtag ein. „Vielmehr haben sich ehemalige Sympathisanten der MFG wieder uns zugewendet.“ Deshalb geht der freiheitliche Parteiobmann davon aus, dass die MFG seiner Partei keine Stimmen bei der Landtagswahl kosten werde. (pn)