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Gastgeber England trifft auf Deutschland: Wembley bereit für Final-Show

Die Frauen-Fußball-EM geht heute (18 Uhr/live ORF 1 und ARD) ins Finale. England hofft auf ein Sommermächen gegen Rekordsieger Deutschland.

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Das DFB-Team um Top-Stürmerin Alexandra Popp (11) will auch im Finale jubeln.
© IMAGO/Paul Terry

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London –Englisches Fußball-Sommermärchen oder der neunte deutsche Triumph. Das Finale der Frauen-EM heute (18 Uhr/live ORF 1 und ARD) hat mit England einen leichten Favoriten, die Gastgeberinnen sind überzeugt vom ersten großen Titel. Das Ambiente wird eines EM-Finales mehr als würdig sein. Im ausverkauften Wembley-Stadion in London vor der Rekordkulisse von 90.000 Zuschauern fällt die Titel-Entscheidung. Generell ist man sich auf der Insel einig: Selten war die Chance für ein englisches Fußballteam – Frauen wie Männer – so groß. Dreimal hintereinander war England im Halbfinale gescheitert (EM 2012, WM 2015, EM 2017). Ähnlich wie bei den englischen Fußball-Männern schien man immer auf der Zielgeraden zu scheitern. Nun ist England mit Teamchefin Sarina Wiegman seit 19 Spielen ungeschlagen.

Die deutsche Kapitänin Alexandra Popp ist jedoch auch für Schlagzeilen gut. „Ex-Zootierpflegerin will die Löwinnen zähmen“, berichtete die renommierte The Times in Anspielung auf den erlernten Beruf der sechsfachen EM-Torschützin Popp.

Österreichs Teamchefin Irene Fuhrmann rechnet mit einem „Duell auf Augenhöhe mit sehr viel Intensität und Dynamik“. Die Löwinnen seien für sie leichter Favorit. „Es wäre schön, wenn sie ihr Sommermärchen hätten.“

Schon jetzt sind sich Beobachter sicher, dass die mitreißenden Auftritte der Entwicklung des Frauen-Fußballs einen weiteren Schub geben. Doch ein Finalsieg im Klassiker gegen Deutschland und der erste große Titel für ein englisches Team seit der Männer-WM im eigenen Land 1966 wäre der ultimative Kick – im Wortsinne. Zudem haben die Lionesses mit Deutschland noch eine Rechnung offen, denn als England 2009 zum zweiten Mal im Finale stand, verlor man mit 2:6 gegen die DFB-Auswahl.

Der internationale Aufschwung des Frauenfußballs ist unverkennbar, die öffentliche Aufmerksamkeit für das DFB-Team war in den vergangenen Tagen enorm. „Das Entscheidende bei dieser EM ist das Auftreten aller Spielerinnen, diese Mentalität. Das hilft uns extrem“, sagte Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter und Ex-Erfolgstrainer in Wolfsburg. „Jetzt sind wir alle gefordert, diesen Schwung mitzunehmen.“ Es sei eine Chance auf dem Silbertablett.

Bei der Wahl der Schiedsrichterin setzte die Europäische Fußball-Union UEFA bewusst ein politisches Zeichen: Die Ukrainerin Kateryna Monzul leitet das prestigeträchtige EM-Endspiel. Monzul war einige Wochen nach Kriegsausbruch in ihrer Heimat nach Italien geflohen. Die 41-Jährige hatte in der Ukraine – als erste Frau – auch schon Spiele der obersten Männerliga gepfiffen. Ihre Final-Assistentin Maryna Striletska kommt ebenfalls aus der Ukraine. Weitere Assistentin ist Paulina Baranowska aus Polen. Für Monzul ist es bereits die vierte Frauen-EM, beim Turnier in England leitete sie drei Partien. (dpa, TT)


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