Entgeltliche Einschaltung

Goinger Hilfsorganisation: Bau für Krankenhaus im Kongo hat bereits begonnen

Ein junger Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Zukunft für Tshumbe“ ist plötzlich verstorben. Solche Vorfälle sollen bald weniger werden.

  • Artikel
  • Diskussion
Manuela Erber-Telemaque besucht einen Operationssaal in Tshumbe. Meist sind es Lehmhütten oder Baracken ohne Strom.
© Zukunft für Tshumbe

Von Michael Mader

Entgeltliche Einschaltung

Going a. W. K., Tshumbe – „Die Kinder haben ihn geliebt, zu ihm aufgesehen. Er hat ihnen gezeigt, was man mit seinem Talent alles erreichen kann. Er war ein Vorbild für sie. Doch jetzt ist er fort, so plötzlich und ohne zu wissen warum“, erzählt Manuela Erber-Telemaque vom Tod des erst 20 Jahre alten Tresor.

Der junge Mann arbeitete seit Oktober des Vorjahres als Musik- und Tanzlehrer bei der Hilfsorganisation „Zukunft für Tshumbe“, welche die junge Goingerin vor knapp zehn Jahren gegründet hat. In Manuelas Grundschule gab Tresor den Kindern die Möglichkeit, durch Musik ihre Gefühle auszudrücken und ihre Traumata besser zu verarbeiten.

Erber-Telemaque: „Vor ein paar Tagen klagte er über Bauchschmerzen, kurze Zeit später verstarb er. Den wahren Grund seines Todes weiß keiner.“ Diese Geschichte sei alles andere als ein Einzelfall, sondern eher die Regel in der Demokratischen Republik Kongo, einem der ärmsten Länder der Welt.

Die tragische Nachricht erreichte Manuela vor wenigen Tagen und trifft sie zutiefst: „Am schlimmsten ist, dass durch die fehlende medizinische Versorgung häufig Banalitäten tödlich sind. Junge Mütter sterben oft schon bei oder kurz nach der Entbindung. Kinder beispielsweise an Organfolgeschäden von zu viel aufeinanderfolgenden Infektionen: Malaria, Typhus, Ruhr, Masern u. v. m.“ In den staatlichen Schulen würden die Kinder nicht selten über ein Schuljahr hinweg mehr als die Hälfte ihrer Schulkameraden verlieren.

50 x € 100,- Heizkostenzuschuss zu gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

„Wer die Möglichkeit hat, in eine örtliche Krankenstation zu gehen, wird in Lehmhütten oder Baracken ohne Strom und Mobiliar meist auf einer Bananenblattmatte am Boden behandelt oder auf Holzpritschen operiert. Ohne Narkose oder sterile Instrumente. Auf gut Glück, da natürlich auch keine Geräte für Voruntersuchungen wie Ultraschall, Röntgen etc. vorhanden sind.“

Dank der Basisversorgung der eigenen, auch durch Spenden der Leser der Tiroler Tageszeitung finanzierten Krankenstation können die Kinder im Schulzentrum Waale Waana bereits recht gut versorgt werden. Dennoch sind die Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten immer noch mehr als dürftig.

Manuela Erber-Telemaque hat mittlerweile einen Master in Projektmanagement für internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Mit ihrer zehnjährigen Erfahrung vor Ort will sie die untragbaren Zustände in Tshumbe mit ihrem nächsten großen Projekt ändern: Die Bauarbeiten für ein öffentliches Krankenhaus mit den Schwerpunkten Frauen- und Kinderheilkunde haben bereits begonnen. Sämtliche Bauarbeiter und Projektmitarbeiter kommen ausschließlich aus dem Kongo. Alle Materialien werden im Land gekauft, Ziegel direkt in Tshumbe manuell hergestellt und viele lokale Naturmaterialien miteingebunden. Allein der Bau ermöglicht vielen Familien, sich selbst zu versorgen

„Ich bin mir der Verantwortung eines so großen und umfangreichen Projektes bewusst und bin überzeugt, auch diese Herausforderung gemeinsam mit meinem Team in Tshumbe zu meistern. Dabei vertraue ich auf eine große finanzielle Unterstützung für etwas, das bei uns in Österreich selbstverständlich ist“, meint Erber und weiter: „Es muss mit dem neuen Krankenhaus endlich eine solide Grundversorgung geben, damit junge Menschen wie der Musiklehrer Tresor nicht einfach so aus dem Leben gerissen werden.“

Viele weitere Informationen über die Projekte des Vereins, wie steuerlich absetzbar gespendet werden kann und was mit dem Geld passiert, gibt es unter www.zukunftfuertshumbe.org oder Zukunft fuer Tshumbe auf Facebook und Instagram.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung