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DFB-Team ärgert sich über nicht gegebenen Elfer: „Klares Handspiel"

Der Rekord-Europameister war nach dem 1:2 gegen England „mega unglücklich". 17,897 Millionen Menschen verfolgten das Finale in der ARD, noch nie zuvor hatten so viele bei einem Frauenfußballspiel in Deutschland via TV zugeschaut.

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Die Szene, die die deutschen Emotionen hochkochen lässt: Englands Kapitänin Williamson spielte "nicht strafbar" den Ball.
© IMAGO/Nick Potts

London - Die Verantwortlichen des deutschen Frauen-Fußball-Nationalteams haben nach der 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen England am Sonntag im EM-Finale in London mit den Videoassistenten gehadert. Dabei ging es um die Szene in der 26. Minute beim Stand von 0:0, als ein mögliches Handspiel von Englands Kapitänin Leah Williamson im Strafraum überprüft wurde. Einen Elfmeter gab es nicht. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sprach von einem "klaren Handspiel".

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Auf die Frage, ob der Viertelfinal-Bezwinger von Österreich da betrogen wurde, antwortete die 54-Jährige: "Das Wort will ich nicht in den Mund nehmen. Aber auf dem Niveau bei einem Finale bei der Europameisterschaft darf das nicht passieren." Sie kritisierte, dass sich die ukrainische Schiedsrichterin Kateryna Monzul die Szene nicht auf dem Bildschirm am Spielfeldrand angeschaut habe.

Joti Chatzialexiou bemängelte die Arbeit der Videoassistenten generell bei der EM. "Das war jetzt das dritte oder vierte Mal bei diesem Turnier, dass nicht eingegriffen wurde. Das ist sehr enttäuschend. Wenn einem das so weggenommen wird, dann tut's weh", sagte der Leiter der Nationalmannschaften beim DFB.

Mit dem 1:1 in der 79. Minute hatte Lina Magull den Rekord-Europameister in die Verlängerung gebracht, wo Chloe Kelly (110.) die Hoffnungen der Deutschen auf den neunten Titel zerstörte. "Wir waren nah dran, vor allem nach dem 1:1. Wir sind schon megaunglücklich", räumte Voss-Tecklenburg ein. Svenja Huth, die die verletzte Torjägerin Alexandra Popp, die zuvor in allen EM-Partien getroffen hatte, als Kapitänin vertrat, meinte ebenso niedergeschlagen wie unverblümt: "Tut einfach schweineweh, so kurz vor Schluss das 1:2 zu bekommen."

Man müsse das erst einmal sacken lassen. "Wir sind trotzdem froh und stolz, dass wir so viele Menschen erreicht haben", sagte die Wolfsburgerin. "Ich finde einfach, dass wir als Mannschaft unfassbar gut funktioniert haben", zog auch Voss-Tecklenburg zufrieden Bilanz. Die 54-Jährige war als Spielerin viermal Europameisterin, als Trainerin ist ihr das bisher verwehrt geblieben. Lob bekam sie trotzdem viel, auch von DFB-Männer-Teamchef Hansi Flick, der sagte: "Mit welcher Leidenschaft und gleichzeitig Leichtigkeit, Spielfreude und Teamgeist die Mannschaft durch dieses Turnier gegangen ist, hat mich begeistert."

Trotz dem verpassten Titelgewinn war nach dem Rückflug nach Frankfurt am Montagnachmittag eine Feier angesetzt, wollten sich die Fußballerinnen auf dem Rathausbalkon im Römer den Fans präsentieren. Die Möglichkeiten vor denen einen Pokal zu stemmen, bietet sich schon nächstes Jahr, die WM 2023 geht in Australien und Neuseeland über die Bühne. "Es war jetzt noch nicht genug für den Titel, aber es war ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung", sagte Voss-Tecklenburg. Solche Spiele wären für die Stärkung der Persönlichkeit von enormer Bedeutung. "Unabhängig vom Ergebnis reifst du dadurch", betonte die Ex-Schweiz-Teamchefin. Ihr Ausblick in die Zukunft ist ein sehr guter. "Hoffentlich können wir auch bei der WM wie hier auftreten - couragiert, mit klarem Spielplan und großer Leidenschaft."

Eine große Hoffnungsträgerin ist Lena Oberdorf, die trotz ihrer erst 20 Jahre schon bei der EM aus dem Mittelfeld nicht wegzudenken war. Als Belohnung wurde sie als beste junge Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Zumindest ein Titel, den die Deutschen mit nach Hause nehmen konnten. Erfreulich war auch, dass durchschnittlich 17,897 Millionen Menschen die Partie via ARD verfolgten. Noch nie zuvor hatten so viele bei einem Frauenfußballspiel in Deutschland via TV zugeschaut. (APA/dpa)


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