Pferdesport

Springreitlegende Hugo Simon: Ein Achtziger und kein bisschen leise

Hugo „Nationale“ Simon arbeitet jeden Tag mit Pferden.
© APA/ORF

Hugo Simon bleibt auch mit 80 auf Trab und erledigt vieles im Laufschritt. Lust auf ein großes Fest verspürte er keine, aber die Liebe und Leidenschaft für seine Pferde ist ungebrochen.

Weisenheim am Sand – Hugo Simon ist umtriebig wie eh und je. Zumindest fast, denn seine Parcours-Ambitionen als aktiver Turnierreiter hat er nun vor knapp fünf Jahren ad acta gelegt. Am Mittwoch feiert der Team-Olympia-Zweite von 1992 seinen 80. Geburtstag, daheim in Weisenheim am Sand in der Pfalz mit seiner Frau. Ein großes Fest, wie es das auch schon gegeben hat, wollte der Jubilar nicht.„Es geht mir wunderbar“, berichtete Simon. Er sei noch ein bisschen tätig, meinte der dreifache Weltcup-Gesamtsieger, was dann aber doch nach Untertreibung klingt. „Ich habe so viel um die Ohren, ich mache alles im Laufschritt. Es geht rund um die Uhr“, ergänzte er nämlich, um seine Aktivitäten auch aufzuzählen. „Ich habe mein Immobilien-Geschäft und natürlich die Pferde. Ich reite selbst nicht mehr, trainiere sie aber.“

Und Simon hat auch nicht irgendwelche Vierbeiner unter seinen Fittichen. Es sind Nachkommen des – wie er selbst – legendären E.T., 2004 zur sportlichen Ruhe gesetzt und Anfang 2013 in hohem Alter eingeschläfert. Jahre davor gab es bereits einen Klon des Hengstes, allerdings nur für die Zucht eingesetzt. Bei dessen Sprösslingen ist das nun freilich anders. „Sie sind beide bei Turnieren im Einsatz“, sagte Simon. „Sie werden erfolgreich von Richard Vogel geritten.“

1996 ritt er auf dem legendären Fuchswallach E.T. beim Weltcupfinale zum Triumph.
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An seine eigenen Erfolge wird Simon zurückerinnert, wenn ihm seine Trophäen-Sammlung ins Auge fällt. Die Pokale seien gepflegt und geordnet. „Sie sind in Schränken verwahrt, wir haben ein sauberes Haus“, hielt der sechsfache Olympia-Teilnehmer fest. Österreichs Springreitsport verfolgt Simon interessiert. Wenige Tage nach seinem Jubiläum wird er zu den Weltmeisterschaften nach Herning in Dänemark reisen und da wohl auch auf die in Rot-Weiß-Rot gehaltene Equipe treffen. „Wenn man meinen Rat braucht, bin ich gerne dazu bereit“, ließ Simon wissen. Erfahrung hat er genug. Der am 3. August 1942 in Krummwasser im heutigen Tschechien geborene Simon war mit seinen Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg nach Hessen gekommen.

Achtjährig begann er mit dem Reitsport, betrieb zunächst Vielseitigkeit und Dressur, ehe er zum Springreiten wechselte. 1972 wurde Simon nur als deutscher Ersatzmann für die Olympischen Spiele in München berücksichtigt, weshalb er die österreichische Staatsbürgerschaft annahm, auch schon bei den Spielen in München 1972 startete und Vierter wurde. Später holte er mit seinen Spitzenpferden neben Olympia-Silber und den Weltcupsiegen (1979, 1996 und 1997) Erfolge in Aachen und beim Hamburger Derby.

Doch bei Großereignissen fehlte ihm in Einzelbewerben das nötige Glück. Gewonnen hat er zwar 1980 auf Gladstone „Ersatz-Olympia“ in Rotterdam – Gold gab es dafür nicht. Im Zeichen der Fünf Ringe war Simon im Einzel zweimal Vierter (1972 und 1996) und einmal Fünfter (1976). 1988 endete der Auftritt in Seoul im Wassergraben. Immerhin war Simon WM-Dritter (1979) sowie EM-Zweiter (1997) und -Dritter (1978). (APA)

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