Ukraine-Krieg

Türkei: Ein Getreide-Schiff pro Tag sollte Ukraine verlassen können

Am Montag war ein erstes Schiff ohne Zwischenfälle in Odessa ausgelaufen. Die "Razoni" transportiert rund 26.500 Tonnen Getreide und soll dieses in den Libanon bringen.
© IMAGO/Yulii Zozulia

Kiew/Ankara – Die Türkei rechnet damit, dass in nächster Zeit in etwa ein Getreide-Exportschiff pro Tag die ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer verlassen kann. Das sagte ein hochrangiger türkischer Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn nichts schiefgeht, sollten Ausfuhren mit einem Schiff pro Tag für eine Weile möglich sein."

Millionen Tonnen Getreide hängen seit dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar in Schwarzmeerhäfen fest. Unter der Schirmherrschaft der Türkei und der Vereinten Nationen hatten die Kriegsparteien ein Abkommen unterzeichnet, das die Wiederaufnahme der Exporte vorsieht. Über sichere Routen sollen aus drei Häfen Ausfuhren möglich werden.

Steigende Preise und Engpässe vor allem in ärmeren Ländern

Die Ukraine zählte – wie Russland – bisher zu den größten Getreide-Exporteuren. Die Häfen am Schwarzen Meer wie Odessa konnten zuletzt wegen der Blockade durch russische Streitkräfte nicht wie gewohnt genutzt werden. Das hat bereits zu steigenden Preisen und Engpässen in einigen vornehmlich ärmeren Ländern geführt.

Am Montag war ein erstes Schiff ohne Zwischenfälle in Odessa ausgelaufen. Die "Razoni" transportiert rund 26.500 Tonnen Getreide und soll dieses in den Libanon bringen. Am Dienstagvormittag mitteleuropäischer Zeit befand sich das Schiff im westlichen Teil des Schwarzen Meeres unweit des rumänischen Donaudeltas. Damit hat es fast die Hälfte des Weges zurückgelegt, um in türkische Gewässer zu kommen. Die "Razoni" werde am Mittwoch in den frühen Morgenstunden vor der türkischen Küste erwartet, so das türkische Verteidigungsministerium. Dort solle es von Vertretern Russlands, der Ukraine, der Türkei und der UNO unter die Lupe genommen werden. (APA/Reuters)

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