Tirol

Fahrverbote in Tirol: Mehr als 56.000 Zurückweisungen seit Pfingsten

Um dem Stau zu entgehen, versuchen viele, über die Bundes- und Landesstraßen auszuweichen. Um das zu verhindern, gelten noch bis 11. September die Fahrverboten für den Ausweichverkehr.
© Axel Springer

Seit neun Wochen sind die Fahrverbote für den Ausweichverkehr an den Wochenenden in Tirol wieder in Kraft. In den Bezirken Kufstein, Innsbruck-Stadt sowie Innsbruck-Land und Reutte wurden seither über 56.000 Zurückweisungen verzeichnet – die meisten im Außerfern.

Innsbruck – Die Reiselust ist nach zwei Corona-Sommern wieder zurück, das macht sich auch auf Tirols Straßen bemerkbar. Seit Pfingsten rollen Wochenende für Wochenende die Autos über die Autobahnen – und auch durch die Ortschaften entlang der vermeintlich Stau-freien Autorouten. Die Folge: Die Straßen waren teils durch Staubildung selbst für Einsatzkräfte nicht mehr passierbar.

Im Sommer 2019 führte das Land deshalb erstmals Fahrverbote für den Ausweichverkehr ein. Konkret dürfen Transitreisende entlang definierter Straßenabschnitte nicht vom höherrangigen Straßennetz abfahren, um beispielsweise einem Stau über das Ortsgebiet auszuweichen. Seit Juni dieses Jahres wurden in den Bezirken Kufstein, Innsbruck-Stadt sowie Innsbruck-Land und Reutte über 56.000 Zurückweisungen verzeichnet – die meisten davon im Außerfern.

„Die Fahrverbote zeigen auch in der heurigen Sommersaison ihre Wirkung: In den Ortsgebieten kam es größtenteils zu keinen Stauungen und der Verkehrsfluss blieb fließend", zog LH Günther Platter (ÖVP) am Dienstag Bilanz. An Tagen, an denen trotz allem sich durch manche Orte mehr Fahrzeuge ihren Weg bahnten, sei umgehend nachgearbeitet worden, die Maßnahmen seien adaptiert worden. „Jeder Fahrverbotstag wird vonseiten der Polizei und den Expertinnen und Experten analysiert, um darauf aufbauend Erfahrungen und Einschätzungen zu sammeln."

„Mit über 30.000 zurückgewiesenen Verkehrsteilnehmenden allein im Raum Reutte lässt sich beispielhaft erahnen, welch starkes Verkehrsaufkommen in den vergangenen Wochen auf Tirols Straßen geherrscht hat", fügte Verkehrslandesrätin LHStvin Ingrid Felipe (Grüne) hinzu. Die Fahrverbote seien eine notwendige und mittlerweile bewährte Notmaßnahme angesichts dieser Belastung. „Daher werden auch an den kommenden Wochenenden die Fahrverbote wieder gelten und streng kontrolliert werden, sodass die Verkehrs- und Versorgungssicherheit für die Bevölkerung und unsere Gäste sichergestellt ist.“

In den vergangenen neun Wochen waren es mehr als 30.000 Zurückweisungen im Bezirk Reutte, über 24.000 im Bezirk Innsbruck-Land und mehr als 2000 im Bezirk Kufstein. Am Pfingstwochenende wurden rund um die Stadt Innsbruck rund 450 Fahrzeuge zurückgewiesen. Zusammenfassend erklärte Günther Salzmann von der Landesverkehrsabteilung der Polizei: „Auch wenn es zahlreiche Zurückweisungen gibt lässt sich festhalten, dass die Fahrverbote an reisestarken Tagen und Wochenenden wichtig waren – ohne Fahrverbote wäre es vielerorts zu einem massiven Verkehrsaufkommen und dadurch zu Problemen gekommen.“ Bei den Verkehrsteilnehmern seien diese durchaus bekannt, „wenn auch ein Ausweichen, wie die Zahlen zeigen, oft bewusst oder unbewusst durch Vertrauen auf Navigationsgeräte versucht wird".

Weitere Informationen

Die Fahrverbote in beide Fahrtrichtungen gelten noch bis inklusive Sonntag, 11. September, jeweils von Samstag 7 Uhr bis Sonntag 19 Uhr. Wo die Fahrverbote gelten sowie weitere Informationen zu den Fahrverboten finden sich unter www.tirol.gv.at/fahrverbote.

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