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Brand im Berliner Grunewald: Weiterhin „enorme Gefahr“

Luftaufnahme vom Waldbrand beim Sprengplatz beim Kronprinzessinnenweg in Nikolassee im Grunewald.
© IMAGO/Christian Ender

Ein Problem sind die extremen Temperaturen, am Freitag waren bis zu 700 Grad gemessen worden. Die nahe gelegene Stadtautobahn Avus und die Bahnstrecke waren weiterhin gesperrt.

Berlin – Die Lage bei dem Brand auf dem Sprengplatz im Berliner Grunewald ist weiterhin nicht unter Kontrolle. "Dort besteht natürlich eine enorme Gefahr", sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Samstag in Berlin. Auf dem Sprengplatz gebe es drei vom Sprengmeister definierte Hotspots. "Die werden jetzt gekühlt mit Robotertechnik." Dafür werden gepanzerte Fahrzeuge und Roboter eingesetzt.

Ein Problem sind die extremen Temperaturen, am Freitag waren bis zu 700 Grad gemessen worden. Zu neuen Messungen wollte Kirstein keine Angaben machen. "Es wird permanent überwacht", sagte er. Dies fließe in die Bewertung mit ein. Erklärtes Ziel sei die Einschränkung des Sperrkreises von aktuell 1000 Meter um den Sprengplatz. Dies hänge davon ab, wie der Sprengmeister die Gefahr der Wärme auf dem Sprengsatz für dort gelagerte Munition und Kampfmitteln bewerte.

Die nahe gelegene Stadtautobahn Avus und die Bahnstrecke waren weiterhin gesperrt. "Bahnverkehr und Avus befinden sich im Kreis von 1.000 Metern, aber relativ am Rand", sagte Kirstein. Ziel sei, zumindest den Bahnverkehr freizugeben, weil die Strecke "am äußersten Rand des Kreises" verlaufe.

Im umliegenden Wald konnte eine Ausweitung des Brandes in der Nacht verhindert werden. "Wir haben kleinere Brandnester immer wieder abgelöscht", sagte Kirstein. Die Situation unmittelbar um den Sprengplatz müsse laufend neu bewertet werden, etwa ob ein Vorgehen auch mit Feuerwehrkräften möglich ist. "Aber dafür bedarf es erst einmal ein Stück weit mehr Sicherheit auf dem Sprengplatz."

Rund um den Einsatzort hatte die Feuerwehr bereits am Donnerstag einen Sicherheitsradius von 1.000 Metern verhängt. Die Bahnstrecke zwischen den Hauptbahnhöfen in Berlin und Potsdam ist wegen des Einsatzes gesperrt. Betroffen sind S-Bahnen ebenso wie Regionalzüge, IC und ICE. (APA/dpa)

In Sachsens Nationalpark bleibt die Lage ernst

Die Situation im Waldbrandgebiet Nationalpark Sächsische Schweiz ist noch nicht unter Kontrolle. "Die Lage bleibt angespannt. Der Regen in der Nacht hat etwas geholfen, dafür hat der böige Wind Probleme bereitet", sagte Yamina Benamara vom Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Samstagfrüh auf Anfrage. Nach wie vor seien rund 600 Feuerwehrleute und zwölf Löschhubschrauber mit der Bekämpfung von Glutnestern tief unter der Erde beschäftigt.

"Das Feuer wandert in einer Tiefe von bis zu einem halben Meter weiter", erklärte Benamara. Der Boden müsse in mühsamer und kräftezehrender Arbeit aufgerissen und dann stark gewässert werden. Schwere Geräte oder Fahrzeuge könnten in dem felsigen und steilen Gelände nicht eingesetzt werden.

Das Einsatzgebiet erstreckt sich nach wie vor auf eine Fläche von etwa 150 Hektar – dies entspricht der Größe von rund 210 Fußballfeldern. Ein Ende sei nicht in Sicht, solange nicht ergiebige Regenfälle die Arbeiten unterstützten. Laut dem Deutschen Wetterdienst wird für die gesamte kommende Woche kein Regen erwartet.

Das Feuer war im Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebrochen und hatte dann auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. Auf tschechischer Seite ist nach Einschätzung der dortigen Behörden der Brand unter Kontrolle.

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