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BP-Wahl: Pogo wirbt um Unterstützung, Sammeln von Unterschriften startet

Die Gegenkandidaten für Amtsinhaber Alexander Van der Bellen müssen ab Dienstag Unterstützungserklärungen sammeln. Das gilt auch für den ehemaligen Grünen-Chef, der sich am Dienstag in Wien blicken ließ.

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Dominik Wlazny (Marco Pogo) muss wie seine Mitbewerber 6000 Unterschriften sammeln.
© GEORG HOCHMUTH

Wien – FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz und Bierpartei-Gründer Dominik Wlazny haben am Dienstag – dem Starttag für das Unterschriften-Sammeln – mit öffentlichen Auftritten um Unterstützung für ihre Bundespräsidenten-Kandidatur geworben. 6000 Wahlberechtigte müssen Kandidaturwillige bis 2. September für sich gewinnen, um am 9. Oktober am Stimmzettel zu stehen. Insgesamt bemühen sich darum 20 Österreicher und Österreicherinnen, allen voran Amtsinhaber Alexander Van der Bellen.

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📽️​ Video | Kandidaten sammeln Unterstützungserklärungen

Rosenkranz sah in einer Pressekonferenz kein Problem darin, diese erste Hürde zu nehmen – und bemühte sich, die innerparteilichen Turbulenzen rund um den Parteiausschluss und Suizidversuch des früheren Abgeordneten Hans-Jörg Jenewein vom Tisch zu wischen. Er werde sich im Wahlkampf "nicht in innerparteiliche Dinge einmischen", betonte er und zeigte sich überzeugt: "Es wird keine Auswirkungen haben und Herbert Kickl sitzt fest im Sattel." Inhaltlich trat er dafür ein, das Covid-Maßnahmengesetz abzuschaffen, forderte er eine rasche unbürokratische Entlastung der Bevölkerung und sprach von "selbstzerstörerischen Russland-Sanktionen".

FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz am Dienstag.
© HANS KLAUS TECHT

Pogo mit Wasserflaschen am Podium

Der "Turbobier"-Sänger Dominik Wlazny (alias "Marco Pogo") warb am Dienstag in der Wiener Mariahilfer Straße um Unterstützungserklärungen – und offerierte, eher unerwartet, den Passanten Wasserflaschen, um die "Gegner zu verwirren". Für Wlazny geht es bei seiner Hofburg-Bewerbung darum, "Politik neu zu denken". Die Ereignisse der letzten Jahre hätten diesen "rebellischen Ansatz" in ihm reifen lassen: "Leute brauchen in Zeiten von Krisen mehr Zuversicht und Vertrauen." Auch in Linz, Graz und Innsbruck werden sich Freiwillige auf Werbeständen der Bierpartei in den nächsten Wochen um Unterschriften für ihn bemühen.

Die 6000 erforderlichen Unterstützungserklärungen dürften Van der Bellen und Rosenkranz leicht zusammenbringen. Auch Wlazny sollte es schaffen können – hatte seine Bierpartei bei der Wien-Wahl 2020 doch schon mehr als 13.000 Wähler. Auch der Chef der Corona-Maßnahmengegner MFG, Michael Brunner, kann nach dem Wahlerfolg 2021 in Oberösterreich (mit mehr als 50.000 Stimmen) und den teils recht guten Ergebnissen bei den Tiroler Kommunalwahl im Februar 2022 davon ausgehen, am 9. Oktober am Stimmzettel zu stehen. Ex-FPÖ- bzw. BZÖ-Politiker Gerald Grosz hofft auf seine Follower in den sozialen Medien.

📽️​ Video | Westhoff (ORF) über die Hofburg-Wahl

Auch Van der Bellen mit Auftritt

Um für eine weitere Amtszeit in der Hofburg kandidieren zu können, muss auch der aktuelle Bundespräsident Alexander Van der Bellen 6000 Unterschriften sammeln. Am Dienstag hat er für sich selbst ein Formular unterschrieben und dabei mit seinem Auftritt auf der belebten Mariahilfer Straße in Wien für einige Aufregung und Fotowünsche gesorgt. Er wolle mit aller Kraft, Engagement, Gelassenheit und Erfahrung weitere sechs Jahre der Bevölkerung dienen, warb er um Unterstützung.

"Oh, it's the president!" – "Really?": Dass das Staatsoberhaupt Dienstagnachmittag bei bestem Sommerwetter die beliebte Einkaufsstraße in Wien heraufspazierte, sorgte bei Touristen wie Einheimischen für Überraschung. Seinen Weg zum Infostand, wo seine Unterstützer versuchen, möglichst viele Leute zu einer Unterschrift zu bewegen, musste sich Van der Bellen nicht nur durch recht viele Kamerateams und Fotografen bahnen, der Bundespräsident musste auch zahlreiche Selfiewünsche erfüllen.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer.
© GEORG HOCHMUTH

Das Spektakel, untermalt mit Livemusik, war freilich geplant und gewünscht, schließlich muss auch der Amtsinhaber ab jetzt mindestens 6.000 Wahlberechtigte dazu bringen, am Amt ihre Unterstützung für seine Kandidatur zu bekunden. Eine davon war Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), die sogleich medienwirksam mit frisch gestempeltem Formular erschien.

Für zwei weitere Unterstützungserklärungen sorgten dann auch noch Van der Bellen und seine Ehefrau selbst, die sie vorm "hervorragend organisierten" Amtshaus im 6. Bezirk vor die Kameralinsen hielten. "Wir unterstützen meine Kandidatur", unterstrich der Bundespräsident, und tat seine Hoffnung kund, dass möglichst viele ebenfalls zehn Minuten dafür investieren. Zeit ist noch bis 2. September.

Auch weniger bekannte Kandidaten wollen auf Stimmzettel

Wesentlich schwieriger ist die erste Hürde am Weg in die Hofburg für öffentlich weniger bekannte Einzelkämpfer oder Bewerber kleinerer Initiativen, die über sich nicht auf ein Netzwerk stützen können. 15 davon werben aktuell über die sozialen Medien und Webseiten um Unterschriften. Sie müssen – wie alle anderen auch – ihre Unterstützer dazu bewegen, aufs Gemeindeamt oder den Magistrat zu gehen und die Unterschrift dort beglaubigen zu lassen – und die Unterstützungserklärungen (Download hier auf der BMI-Webseite) dann dem sogenannten Zustellungsbevollmächtigten zukommen zu lassen.

Unterstützen kann eine Kandidatur jeder Österreicher, der am heutigen "Stichtag" stimmberechtigt ist – aber jeweils nur für einen Bewerber. Zeit für das Unterschriftensammeln ist bis 2. September, 17 Uhr. Dann müssen die Unterstützungserklärungen bei der Bundeswahlbehörde eingereicht sein, zusammen mit dem Kostenbeitrag von 3600 Euro. (APA)


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