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Zinswende: „Immo-Preise werden langsamer steigen“

Immobilienkredite werden durch die Zinswende teurer, aber laut Experten keine unüberwindbare Hürde für den Erwerb eines Eigenheims.

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Grundsätzlich liegt die Leistbarkeit von Wohnraum in Österreich im EU-Vergleich im Mittelfeld.
© Keystone

Wien – Die Raiffeisen Immobilien Ges.m.b.H. erwartet, dass die Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) bei Wohnimmobilien zu einem Abflachen der Preissteigerungen führt. Zu einer anhaltenden oder scharfen Preiskorrektur dürfte es aber nicht kommen. „Was hoch gestiegen ist, muss nicht zwangsläufig tief fallen“, meint Raiffeisen-Ökonom Matthias Reith.

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Die Immobilienpreise steigen in Österreich inzwischen seit 17 Jahren kontinuierlich an, damit sei der österreichische Immobilien-Zyklus global betrachtet einer der ältesten noch laufenden, so Reith. Zuletzt habe auch die Pandemie als Preistreiber gewirkt. Stark in Verbindung damit stehe die Diskussion über die Leistbarkeit von Wohnimmobilien. Den Preisanstiegen auf dem Immobilienmarkt standen bisher rückläufige Zinsen gegenüber. Nun verteuern sich mit dem Zinsanstieg die Kredite. Haushalte mit variabel verzinsten Immo-Krediten bekämen das bereits zu spüren. Reith rechnet für 2023 hier mit einem Anstieg auf mehr als drei Prozent.

Trotz des Zinsanstiegs dürfte die Kreditbelastung zwar schmerzen, „aber nicht über die Schmerzgrenze hinausgehen“, erwartet der Ökonom. Durch die steigenden Zinsen werde die Hürde für den Erwerb von Wohnraum zwar höher, „aber nicht unüberwindbar“, sagte Reith. Wer im nächsten Jahr eine Immobilie erwirbt, werde etwa 43 Prozent des Netto-Haushaltseinkommens für Zins und Tilgung aufwenden müssen. Die steigenden Zinsen dürften die Nachfrage am Immobilienmarkt aber dämpfen und damit auch den Preisauftrieb verlangsamen.

Mit einer scharfen Preiskorrektur rechnet der Ökonom jedoch nicht. Das wäre der Fall, wenn die steigenden Kreditraten dazu führten, dass sich Immobilienbesitzer den Erhalt ihrer Immobilie nicht mehr leisten könnten und zum Verkauf gezwungen wären. Dann käme zu einer verminderten Nachfrage ein erhöhtes Angebot. Eine solche Entwicklung zeichnet sich für Reith am österreichischen Markt derzeit aber nicht ab.

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Die Leistbarkeit von Wohnraum sei insgesamt ein viel diskutiertes Thema, sagte Peter Weinberger von Raiffeisen Immobilien. Er sieht die Sanierung gebrauchter Immobilien und die Revitalisierung leer stehender Gebäude als Schlüssel zu Schaffung von mehr leistbarem Wohnraum und verwies dabei vor allem auf brachliegende Ortskerne in ländlichen Regionen. In Wien sei es notwendig zu überprüfen, ob der vorhandene soziale Wohnbau gerecht verteilt ist. Außerdem müsse das Mietrecht vereinfacht werden, damit Eigentümer nicht aus Rechtsunsicherheit oder Angst vor Problemen vor der Vermietung zurückscheuen. (APA)


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