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Farbsymphonien, die blumig zu duften scheinen

Reiner Schiestl macht die Wände des St. Johanner Museums zu seinem „Garten“. In dem es üppig blüht, farbig und auch ganz in Schwarz-Weiß.

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„Arbutus“ (Detail) nennt Reiner Schiestl dieses in Erinnerung an seinen spanischen Garten in Acryl auf Leinwand gemalte Bild.
© Schlocker

Von Edith Schlocker

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St. Johann – In seinen Garten, den er im St. Johanner Museum angelegt hat, lädt Reiner Schiestl ein. Es ist ein fein kühler, wohltuend schattiger, üppig überwuchert mit heimischen wie exotischen Pflanzen. Wie sie riechen bzw. riechen könnten, bleibt allerdings der Vorstellungskraft des Betrachters/der Betrachterin überlassen. Denn Reiner Schiestls „Garten“ ist ein gemalter und gezeichneter bzw. lithografierter.

Die meisten der für die Schau ausgewählten Arbeiten haben mit dem Garten der spanischen Zweitheimat des Malers und Grafikers zu tun, in den vergangenen zwei Corona-Jahren aus der Erinnerung in seinem Innsbrucker Atelier gemalt. Dessen ganz besondere Atmosphäre er nicht abbilde, sondern beschreibe, wie Schiestl sagt. Der diese blühende Idylle selbst angelegt hat und somit nach den vielen Jahren, in denen er diese gehegt und gepflegt hat, in- und auswendig kennt.

Ausstellung

Museum St. Johann. Bahnhofstraße 8; bis 1. Oktober, Di–Fr 10–12, 16–18 Uhr, Sa 10–12 Uhr.

Zum Anlass wird, mit ihr als Künstler zu spielen, indem er sie in das Zweidimensionale übersetzt. Besonders in den in Acryl auf kleinen oder mittelgroßen Leinwänden ausgebreiteten Bildern, die bisweilen mehrteilig sind. Wobei jede der Sequenzen für sich steht, um trotzdem in der nächsten bzw. übernächsten eine Fortsetzung zu finden.

Was Schiestl fasziniert, ist, wie in seinem Garten die Pflanzen zu einem poetischen Gemenge verfilzen. Zur großen malerischen Spielwiese werden, in der einige Details zwar realistisch daherkommen, auftauchend aus einem formal abstrahierten Untergrund. Hier outet sich der Grafiker, der es schafft, auch ganz im Nichtfarbigen irgendwie farbig zu sein.

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Wie die fabelhaften Federzeichnungen beweisen, die Schiestl nach St. Johann mitgebracht hat. In denen das Pflanzliche bzw. Blumige zur reinen Struktur abstrahiert ist, die man als BetrachterIn trotzdem zu riechen scheint. Geht es Schiestl hier doch um das Einfangen von Atmosphärischem, was mit Farben und konkreten Formen genauso zu tun hat wie mit der Hitze des Tages, die die spanische Luft flirren lässt.


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