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Waldbrände: In Portugal wurden bereits 3000 Hektar Vegetation zerstört

Mehrere Ortschaften sind von den Flammen bedroht. Vier Feuerwehrleute wurden beim Einsatz verletzt.

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Anfang der Woche schien der Waldbrand in Portugal zunächst unter Kontrolle - flammte dann aber am Dienstagnachmittag erneut auf.
© PATRICIA DE MELO MOREIRA

Coimbra, Bordeaux – In einem Naturpark in Portugal sind bei Waldbränden mindestens 3000 Hektar Vegetation in Flammen aufgegangen. Ersten Angaben örtlicher Behörden zufolge wurden vier Feuerwehrleute beim Einsatz in der im Zentrum des Landes gelegenen Serra da Estrela verletzt. Mehrere Ortschaften sind von den Flammen bedroht. Der Brand war am Samstag in der Gemeinde Covilha ausgebrochen. Unterdessen bekämpfen Feuerwehrleute ein "Monster"-Feuer in der französischen Region Landiras.

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Anfang der Woche schien der Waldbrand in Portugal zunächst unter Kontrolle - flammte dann aber am Dienstagnachmittag erneut auf. Etwa 1.000 Feuerwehrleute sind gegen die Flammen im Einsatz. Der Naturpark Serra da Estrela liegt im höchstgelegenen Gebiet des portugiesischen Festlands, die höchsten Gipfel erreichen fast 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. Die Umweltschutzorganisation Quercus befürchtet durch die Brände einen erheblichen Verlust an Biodiversität.

Portugal leidet in diesem Jahr wie viele andere Anrainerstaaten des Mittelmeers unter außergewöhnlicher Trockenheit. Das nationale meteorologische Institut registrierte den heißesten Juli seit über 100 Jahren. 70.000 Hektar Vegetation gingen nach Zahlen des Naturschutzinstituts ICNF seit Jahresbeginn in Flammen auf.

Brand bei Bordeaux „ein Monster"

Der Waldbrand in Frankreich betrifft eine Region in der Nähe des Kernlands der Weinbau-Region Bordeaux. "Ich würde den Brand in Landiras als Mega-Feuer einstufen", sagte Gregory Allione vom französischen Feuerwehrverband FNSPF gegenüber der RTL-Radiostation. "Er ist ein Ungeheuer, ein Monster." Waldbrände waren diese Woche in der Gironde-Region ausgebrochen, wodurch Häuser zerstört und rund 10.000 Anrainer evakuiert werden mussten. Manche der Bewohner mussten von den Dächern ihrer Häuser gerettet werden, weil die Flammen schon so nahe waren.

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Ministerpräsidentin Elisabeth Borne wollte noch im Tagesverlauf das Gironde besuchen, um sich selbst einen Überblick zu verschaffen. Angesichts von extremer Hitze und großer Trockenheit haben zuletzt zahlreiche Brände in Frankreich und anderen europäischen Ländern gewütet. Mehr als 6.800 Hektar Wald sind verbrannt. Behörden warnten, bis Samstag würden die Temperaturen sehr hoch bleiben. Schon im Juli war die Gegend stark betroffen gewesen. Damals wurden mehr als 20.000 Hektar Wald zerstört, fast 40.000 Menschen mussten zeitweise ihre Häuser räumen.

Im Kampf gegen die heftigen Waldbrände an der Atlantikküste erhält Frankreich europäische Unterstützung. Die EU-Kommission hat über den europäischen Katastrophenschutzmechanismus vier Feuerwehrflugzeuge nach Frankreich entsandt, die bisher in Griechenland und Spanien stationiert waren, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Außerdem seien Feuerwehrteams aus Österreich, Deutschland, Polen und Rumänien auf dem Weg nach Frankreich, um die französischen Kräfte zu unterstützen. "Unsere Partner helfen Frankreich", bedankte sich Präsident Emmanuel Macron. "Die europäische Solidarität funktioniert."

Österreich hilft im Gebiet um Bordeaux

"Der Einsatz in den französischen Waldbrandgebieten zeigt einmal mehr, wie sehr die Expertise der österreichischen Feuerwehren auch international geschätzt wird", sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Donnerstagabend erfolgte die Verlegung des ersten Teils einer Einheit des NÖ-Landesfeuerwehrverbandes in das Gebiet von Bordeaux, der zweite folgt am Freitag auf dem Luftweg. Die vorgesehene Einsatzdauer beträgt mehrere Tage. "Dieser Dürre-Sommer hat ganz Europa in seinen Fängen", betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).

Auch auf der griechischen Ferieninsel Thassos hat die Feuerwehr am Donnerstag gegen einen großen Waldbrand angekämpft. Ein Dorf musste evakuiert werden. Sechs Löschflugzeuge, sechs Helikopter und Hunderte Feuerwehrleute und Freiwillige und Militäreinheiten sind im Einsatz, um die Flammenfront zu stoppen, wie die Feuerwehr in der Früh mitteilte. Die Insel im Norden der Ägäis ist dicht bewaldet. Dicke Rauchwolken seien in der Früh aus weiter Entfernung zu sehen gewesen, berichteten örtliche Medien. Verletzt wurde bisher niemand, teilte der Bürgermeister der Insel Lefteris Kyriakidis im staatlichen Rundfunk mit.

Nahe der italienischen Hafenstadt Triest, in der Gegend von Duino, ist am Donnerstag ebenfalls ein Brand ausgebrochen. Wegen der hohen Flammen wurde die Autobahnausfahrt in Richtung Triest geschlossen, teilten die Behörden mit. Die Sperre war notwendig, um der Feuerwehr das Löschen des Feuers zu ermöglichen. Auch ein Hubschrauber war dabei im Einsatz. Es ist bereits der fünfte Großbrand im Karstgebiet in den vergangenen drei Wochen. Bisher sind mehr als 500 Hektar Wald zerstört worden. Die Ermittler vermuten Brandstiftung. In den vergangenen Wochen war es wegen der Brände in Friaul Julisch Venetien sogar zu Unterbrechungen im regionalen Bahnverkehr und auf der Autobahn A4 (Venedig-Triest) gekommen. (APA/AFP/Reuters/dpa)


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