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Tiroler WK-Vorstoß für „Sektorales"-Aussetzung stößt auf Gegenwind

Die Wirtschaftskammer hatte gefordert, das Sektorale Fahrverbot zwischen 19. und 29. August auszusetzen. Grüne, ÖBB und Transitforum reagierten mit heftiger Kritik.

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Ein RoLa-Zug am Brenner (Archivfoto).
© TT/Rachle

Innsbruck – Die Forderung der Sparte Transport und Verkehr in der Tiroler Wirtschaftskammer nach einer Aussetzung des Sektoralen Lkw-Fahrverbots für den Zeitraum der Bauarbeiten auf der Rollenden Landstraße (RoLa) vom 19. bis zum 29. August ist am Donnerstag auf heftigen Gegenwind gestoßen. Für Tirols Verkehrslandesrätin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) entbehren die Forderungen jeglicher Grundlage. Kritik kommt auch von Seiten der ÖBB und des Transitforums Austria-Tirol.

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Die grüne Verkehrslandesrätin zeigte sich gegenüber dem ORF Tirol verwundert über den Vorstoß aus den Reihen der heimischen Wirtschaft - seien Gütertransporte von und nach Tirol sowie innerhalb des Bundeslandes doch vom Sektoralen Lkw-Fahrverbot ohnehin ausgenommen. Dieses verbietet Transit-Transporte von Massengütern durch Tirol. Darunter fallen etwa Abfall, Holz, Zement, Papier, Erze, aber auch Autos, Getreide oder Stahl. Lkw mit einer solchen Ladung können für die Durchfahrt durch Tirol auf die Rollende Landstraße verladen werden.

Gurgiser: "WK fordert Anarchie auf Brennerstrecke"

Als "dreist und unverständlich" bezeichnete indes Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums Austria-Tirol, den Vorstoß der Tiroler Wirtschaftskammer und verwies wie Felipe auf den Umstand, dass der Tiroler Standort aufgrund der Ausnahmen gar nicht von der Sperre betroffen sei. Daher sei auch der Schluss zulässig, dass "die Tiroler Wirtschaftskammer mit dieser Forderung nur die Interessen der Konkurrenten ihrer Pflichtmitglieder in der Kammer unterstützt", schlussfolgerte Gurgiser. Ebenso unverständlich war für den Transitforum-Chef die Infragestellung sämtlicher IG-Luft-Fahrverbote, die "ohnedies von viel zu viel Ausnahmeregeln gefüllt" seien. Die WK Tirol fordere "wie so oft in der Vergangenheit" auf der Brennerstrecke "Anarchie" ein indem sie "freie Fahrt für Transit-Lkw aus aller Herren Länder" forciere, echauffierte sich Gurgiser. Dies stelle sie als "Patin des täglichen Transit-Terrors" in ein "sehr schlechtes Eck".

Neben einer RoLa-Verbindung von Wörgl nach Trient gibt es auch RoLa-Züge zwischen Wörgl und dem Brenner. Letztere Strecke muss in der zweiten Augusthälfte aufgrund umfangreicher Bauarbeiten am Brenner-Terminal komplett gesperrt werden. Die Transportwirtschaft sei bereits frühzeitig über jene Einschränkungen informiert worden, unterstrich die ÖBB. Der Termin für die Bauarbeiten sei so gewählt worden, weil im August das Lkw-Aufkommen geringer sei. Im Gegenzug sei zudem die RoLa-Verbindung zwischen Wörgl und Trient, die auch während der Bauarbeiten aufrecht bleibt, aufgestockt worden. Sollte das nicht reichen, könne noch nachgebessert werden, "sodass für keinen Lkw unverhältnismäßig lange Wartezeiten entstehen", versicherte die ÖBB.

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Ulf Schmid, Obmann der Tiroler Transporteure in der Wirtschaftskammer hatte am Mittwoch bemängelt, dass die zwischenzeitliche Aufstockung den Wegfall der "Innertiroler Verbindungen" nicht ersetzen könne: "Die Trassenverfügbarkeit auf der Südrampe ist bekanntermaßen beschränkt und am Terminal Interporto in Trient fehlen die Verladekapazitäten für zusätzliche Abfertigungen", so Schmid. (APA)


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